Kinderfest in Herbede mit Anlaufproblemen

Nachwuchslauf, Frühlingskirmes, Flohmarkt – bei den Kindertagen in Herbede wurde allerhand geboten. Die Jüngeren fuhren Karussell oder spritzten bei der Freiwilligen Feuerwehr um die Wette. Mama und Papa konnten derweil bummeln gehen, etwa beim Verkaufsoffenen Sonntag. Bei sonnigem Wetter ließen die Besucher gestern aber länger auf sich warten – bis sie nachmittags doch noch kamen.

„In Herbede, da ist was los“, dachten sich Evelyn Steppat (71) und ihr Mann. Mit Gabi (70) und Dieter Legel (76) schlendern sie am Sonntagmittag auf der Meesmannstraße an Flohmarktständen, Bratwurstbuden und Geschäften vorbei. An einem der Stände hat Mats gerade eine Frisbeescheibe gekauft. „Die hat nur einen Euro gekostet“, freut sich der Sechsjährige. Seine Kindergartenfreundin Mathilda (5) zeigt stolz ihr neues Elektro-Klavier. „Damit spiele ich gleich im Auto auf dem Weg nach Hause“, sagt das Mädchen. Die Verkäuferin lacht. „Viel Spaß“, wünscht sie Nicole Maten, Mathildas Mutter.

Die 45-Jährige kommt extra aus Hattingen nach Herbede. Sie hätte sich ein paar mehr Flohmarktstände gewünscht. Da hätte sie wohl schon Samstag kommen müssen, da war Kinderflohmarkt. „Das war fast ein kleiner Streichelzoo“, sagt Ulrike Mittelkötter von der Herbeder Werbegemeinschaft. Hühner und Hunde sorgten für tierische Lebendigkeit. Aber auch der Sonntag ist zum Hüpfen – nicht zuletzt dank des großen Trampolins.

Es gehört zur Kirmes im sonst so ruhigen Stadtteil Herbede. Im Ortszentrum stehen noch ein Autoscooter und andere Fahrgeschäfte. „Shake it off! Shake it off!“ tönt der Song herüber. Die Bässe wummern, die Karussells drehen sich – nur die Besucher fehlen zumindest mittags noch.

Eine Ecke weiter: Ein Bierstand ohne Gäste. Ist es womöglich zu schön? „Wenn das Wetter zu gut ist, kommen die Leute auch nicht“, glaubt Kristina Bruns (32) vom „Fotostudio Witten“. Zusammen mit zwei Kolleginnen der „Kreativen Köpfe Ruhr“ verkauft sie Ohranhänger, Ketten und selbst gehäkelte Tiere.

Kinderlauf durch Herbede

Am Sonntagvormittag gab’s den zwölften Kinderlauf des PV Triathlon. Fast 70 Kinder liefen in unterschiedlichen Altersgruppen um die Wette. Gabriel (10) überquerte die Ziellinie nach 1200 Metern als Erster in seiner Altersgruppe. „Es hat sehr viel Spaß gemacht, durch Herbede zu rennen“, sagt der Ruhr-Gymnasiast. Unterwegs feuerten ihn viele Zuschauer an – auch der Papa: „Aber nicht zu laut, das wäre ihm sonst peinlich gewesen“, sagt Ludger Steckelbach (47) lachend.

Vom Backstübchen Erdelmann weht Waffelgeruch herüber. Bäckerei, Edeka, Rossmann – ab 13 Uhr haben sie am verkaufsoffenen Sonntag geöffnet. Nachmittags kommen die Familien allmählich. Ulrike Mittelkötter, Wirtin der Stadtschänke und Vize-Vorsitzende der Werbegemeinschaft, ist erleichtert: „Jetzt hat es Festcharakter.“