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Ausstellung

Kinderbilder aus Theresienstadt, die zutiefst bewegen

17.01.2016 | 12:20 Uhr
Kinderbilder aus Theresienstadt, die zutiefst bewegen
Mit Musik wurde die Ausstellung im Foyer eröffnet.Foto: Barbara Zabka

Witten.   Wanderausstellung im Steiner-Foyer stellt Zusammenhang mit dem historischen Hintergrund der Oper „Brundibár“ her.

„Die Mädchen von Zimmer 28, L 410, Theresienstadt“ ist eine Wanderausstellung, die, konzipiert von der Autorin und Verlegerin Hannelore Brenner-Wonschick, erstmals 2004 in Schwerin zu sehen war.

Große Informationstafeln lassen vor dem Besucher die Geschichte jener rund 60 Mädchen erstehen, die in der Zeit von 1942 bis 1944 gemeinsam im KZ Theresienstadt lebten. Aus ihrem bis dahin meist behüteten Leben gerissen, versuchten sie, mit der grausamen Realität des Lagers, in dem sie von den Eltern getrennt untergebracht wurden, klarzukommen. Die erwachsenen Lagerinsassen waren übereingekommen, die eigenen Bedürfnisse zurückzustellen, um zumindest den Kindern so viel „Normalität“ wie möglich in dieser alltäglichen Hölle ermöglichen zu können.

Erschütternde Gegensätze

Erschütternde Gegensätze werden in der Geschichte der jungen Mädchen deutlich – tiefe Verzweiflung und der abrupte Verlust der Kindheit, aber auch der Wiedergewinn der Hoffnung durch Freundschaft und Solidarität vermittelt sich dem Besucher der Ausstellung, wenn er Tagebuchauszüge, Zitate, Briefe und Biografien liest. Am tiefsten aber treffen die von den Mädchen in einem improvisierten Kunstunterricht angefertigten Bilder den Betrachter: Bleistiftzeichnungen, Aquarelle und Collagen legen Zeugnis des inneren Erlebens der Mädchen ab. Schlicht an die Wand gelehnt, vermitteln sie den Eindruck, als wären sie gerade erst entstanden. Auf den ersten Blick dominieren die Farben Rot und Schwarz. Selbst bei jenen Bildern, die auf den ersten Blick fast idyllisch anmuten, verraten Details die Realität: Halten sich im Vordergrund Kinder an den Händen, bilden eine menschliche Kette, so grinst am Horizont diabolisch eine tiefrote Sonne.

Nur 15 der insgesamt 60 Mädchen, die im Laufe der zwei Jahre das Zimmer 28 bewohnten, überlebten den Holocaust. Eine kleine, aber zutiefst berührende Ausstellung.

Die Wanderausstellung ist noch bis zum 27. Januar im Foyer der Rudolf-Steiner-Schule zu sehen. Gruppen werden dabei um Voranmeldung gebeten: Tel. 421610

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Kinderbilder aus Theresienstadt, die zutiefst bewegen
Kinderbilder aus Theresienstadt, die zutiefst bewegen
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2016-01-17 12:20
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