Kinder sammeln für ihren Zoch
15.02.2012 | 18:33 Uhr 2012-02-15T18:33:00+0100
Witten.Der Kinderkarnevalszug in Stockum nimmt von Jahr zu Jahr größere Dimensionen an: Erstmals wird am kommenden Rosenmontag sogar ein Stück der Hörder Straße gesperrt. Und das kostet die Veranstalter vom offenen Ganztag der Harkortschule (OGS) rund 500 Euro. Am Mittwoch gingen die Kinder dafür mit der Sammelbüchse los.
„Dass die Sache Geld kosten würde, haben wir geahnt“, sagt OGS-Leiterin Annedore Blank, hatte aber mit dieser Größenordnung doch nicht gerechnet. 290 Euro verlangt die Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr für die Umleitung der Buslinie durch die Himmelohstraße. 70 Euro will die Stadt für die Genehmigung der Veranstaltung. 50 Euro kosten die Warnwesten für 25 Helfer aus den eigenen Reihen. Schließlich muss noch ein Schild angefertigt werden, das auf den Zug hinweist.
An Ideen, die Summe schnell wieder reinzuholen, mangelt es Annedore Blank nicht. „Nach dem Zug sollte es Berliner, Waffeln oder eine Bratwurst mit einem Getränk für je 1,50 Euro geben. Das erhöhen wir jetzt einfach auf zwei Euro.“ Einige Eltern hätten bereits ins Portmonee gegriffen. „Im Kollegium wollen wir auch um Unterstützung bitten und wenn wir im Minus bleiben, haben die Heimatfreunde Hilfe zugesagt.“
Ganz spontan organisierte Annedore Blank aber erst mal die Sammelaktion am Mittwochnachmittag. Eine Stunde lang zogen 15 OGS-Kinder von Geschäft zu Geschäft, vorneweg der neunjährige Benedikt mit der Büchse, in der sich ruckzuck 116 Euro fanden. Einen Schein spendierte auch Birgit Heinbeck (51) vom Stockumer Kiosk. Die Idee eines größeren Rosenmontagszugs begrüßt sie: „Ich finde es schön, wenn da was ins Rollen kommt. So viel hat Stockum ja sonst nicht für Kinder zu bieten.“ Und sie würde für die Zukunft, sagt die Kioskbesitzerin, und meint das ernst, „auch einen Wagen bauen“.
2007 marschierten die ersten jungen Jecken über die Bürgersteige der Hörder Straße. „Das fing mit 30 Leuten an“, erinnert sich die OGS-Leiterin. 2010 waren es schon 200, im letzten Jahr kamen über 500 Besucher, vor allem Kinder, viele auch ohne Eltern. Weil es, so Blank, stressig gewesen sei, die Kleinen von der Fahrbahn fernzuhalten, habe sie diesmal kurzerhand die Sperrung beantragt. Auch werden Montag nicht mehr nur Bollerwagen den Zug ausmachen und acht Barulheiros trommeln: Mit dabei sein werden 30 Trommler, die Bläserklasse der Holzkamp-Schule, die Tanzgruppe des TuS Stockum und zwei Trecker.
Ähnlich klein – mit der Gruppe eines Elternkreises – begann 1977 auch der Rosenmontagszug im benachbarten Hattingen. Inzwischen säumen tausende Besucher das 1,5 km lange Straßenstück im Stadtteil Holthausen. Übrigens: Die beiden Bushaltestellen auf dem Weg werden einfach nicht angefahren. Und die Stadt berechnet keine Gebühr. Denn, sagt deren Sprecher Thomas Griesohn-Pflieger, „das ist für uns eine wichtige Brauchtumsveranstaltung.“ Von einer solchen Einstellung, so Annedore Blank, könne sie in Witten nur träumen.
Der sechste Rosenmontagszug in Stockum findet von 13 bis 14 Uhr statt. Er beginnt an der Harkortschule und führt, begleitet von Polizei und Feuerwehr, ein Stück über die Hörder Straße und zurück. An der evangelischen Kirche erwartet die Kinder wie gewohnt der Kamelleregen.
In der angegebenen Zeit können Anwohner der Gerdesstraße, der Straße Sträterkamp sowie der Mittel- und Rosi-Wolfsteinstraße nicht in die Hörder Straße einbiegen. An der Hörder Straße sollte an diesem Montag zwischen 12.30 und 14.30 Uhr nicht geparkt werden, bitten die Veranstalter.
08:01
Früher kannte jeder jeden, da zogen noch alle an einen Strang, da war noch was in Stockum. Heute ist Stockum größer geworden, aber das wir Gefühl ist schon lange verloren gegangen. Das Öffentliche Interesse der Stockumer ist nicht so groß um das sperren Hörder Str. zu rechtfertigen. Hier kommen viele aus verschiedenen Ortschaften zusammen, mehr nicht.
21:04
Wir befinden uns im Jahre 2012 n. Chr. Ganz Witten ist von den Bürokraten besetzt... Ganz Witten? Nein! Ein von unbeugsamen Wittenern bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten...
Es ist schön das in Stockum die Welt eine anders ist und man zusammenhält.
18:49
Richtig, dass Frau Kreikenbohm hier den Hinweis auf Hattingen aufzeigt. DORT hat man immer wieder mal kapiert, wo man sich zurückzunehmen hat und die Leute selber organisieren läßt. Und, gerade hier in Stockum läuft das Gemeinschaftsleben sowas von einwandfrei, dass sich die GESAMT-Kommune daran ein Beispiel nehmen könnte. Aber nein: da wird wie immer mit dem Paragraphenbrett vor dem Kopf von oben nach unten kaputtgemacht, wo es nur geht. Ein absolut schändliches Verhalten, sowas !!!!
Nicht, dass ich hier "rheinischem Brauchtum" das Wort reden wollte - ganz und gar nicht. Aber hier in Stockum ziehen wirklich noch so ziemlich alle Menschen an EINEM Strang. Und wenns denn mal ein Rosenmontagszug der Harkortschule ist, dann ist es eben so. Der hat seit seinem Bestehen STETS Spass gemacht! An anderen Schulen gehen die Lehrer verkleidet, um dem Karneval genuege zu tun, der
durchaus auch von den Kindern eingefordert wird. So what ....
Ich schwoere euch allen, dass Stockum am Montag so voll sein wird, wie es die Wittener Innenstadt bei sich gerne sehen taete !!!!!
Früher war es so das die Stockumer an einen Strang gezogen haben, heute ist Stockum größer geworden, aber dieses wir Gefühl ist schon lange verloren gegangen. Jeder kannte früher jeden , heute ist das schon lange nicht mehr so, für Karneval die Hörder Str. zu sperren halte ich für übertrieben, ich glaube auch nicht das hier das Öffentliche Interesse als sehr hoch eingestuft werden kann, hier kommen viele aus einigen Stadtteilen zusammen mehr aber auch nicht.