Kinder lieben Wittener Himmelfahrtskirmes

Auf der Himmelfahrtskirmes: Wilde Umdrehungen bietet das Fahrgeschäft „Breakdance".
Auf der Himmelfahrtskirmes: Wilde Umdrehungen bietet das Fahrgeschäft „Breakdance".
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Regenwetter hin oder her: Für Kinder sind die Fahrgeschäfte auf der Himmelfahrtskirmes der Hit. Bleibt nur die Frage: Gruselkabinett oder Karussell?

Witten..  Während die Erwachsenen unter Regenschirmen Schutz vor dem Dauerregen suchen, erobern Kinder am Samstag die Fahrgeschäfte der Kirmes. Bei bleigrauem Himmel zieht in diesem Jahr besonders die giftgrüne Gruselvilla viele Blicke auf sich. Auf der Veranda glühen die Totenschädel und schaurige Orgelklänge schallen aus dem Inneren.

Emily (11), Noel (9) und Umutcan (10) stehen noch etwas unschlüssig vor der Horrorkabinett. Dabei sind die drei echte Kirmeskenner. „Ich war heute schon zweimal auf dem Breakdancer“, sagt Noel. Das Horrorkabinett ist ihm aber doch nicht ganz geheuer. „Ich hab gesehen, wie da vorhin sogar ein Zehntklässler rausgelaufen ist“.

Emily lässt sich davon nicht beeindrucken. Ein leichenblass geschminkter Schausteller nimmt sie am Eingang in Empfang und verschwindet mit ihr im Dunkeln. Während sich Emily durch die zweistöckige Gruselvilla kämpft, zählen Noel und Umutcan auf, was sie heute schon alles auf der Kirmes erlebt haben: Hotdogs essen, Dosenwerfen und natürlich das 7D-Kino. „Also eigentlich alles außer die Kindersachen“, fasst Noel stolz zusammen. Da taucht auch Emily wieder auf. Sie lächelt – noch etwas unsicher: „Am schlimmsten waren die Figuren. Die haben furchtbar geschrien.“ Dann lieber schnell weiter die Ruhrstraße hinunter in Richtung Popcornstand.

Piratenwelle ist ein Favorit

Etwas ruhiger lässt es Lias Windhöwel (4) angehen. Er dreht in seinem blauen Flugzeug Runde für Runde auf dem Kinderkarussell. Hochkonzentriert klammert sich der kleine Pilot an seinen Steuerknüppel. Bei allem nötigen Ernst vergisst er natürlich nicht, ab und zu seinen Eltern am Rand zu winken. Auf die Frage, ob er sich dort oben gefürchtet habe, schüttelt Lias hinterher nur den Kopf. „Angst habe ich eigentlich nie. Nicht mal bei Gewitter. Nur wenn’s regnet, muss ich immer weinen.“ Gut, dass der kleine Mann noch nicht nach oben geschaut hat, denn der Himmel schüttet stetig feine Regenfetzen auf das Kirmesgeschehen.

Vom miesen Wetter bekommt auch Alicia Schluck (8) nicht viel mit. Sie treibt gerade in einer großen Luftblase über ein Wasserbassin. „Piratenwelle“ heißt das Fahrgeschäft in der Bergerstraße, für das Alicia ihr Taschengeld gespart hat. Ihr Lieblingsgeschäft? „Ernstings Family“, antwortet die Achtjährige prompt. „Nein“, lacht Mutter Anke: „Dein liebstes Fahrgeschäft.“ „Ach so, dann natürlich die Piratenwelle.“

Ein paar Meter weiter haben Torben (13), Zoë (13) und Nicolas (14) sogar ihre eigene Attraktion erfunden. In einer Seitengasse haben sie einen abgestellten Einkaufswagen aufgestöbert und düsen damit über die Kirmes. Zoë darf im Wagen sitzen. Dafür bezahlt sie den Jungs das Popcorn. Ein fairer Deal.