Kerzen leuchten für den Frieden
02.09.2009 | 08:00 Uhr 2009-09-02T08:00:00+0200Junge und alte Menschen nahmen an der Veranstaltung zum Antikriegstag in der Johanniskirche teil.
Der Krieg ist da. Auf der großen Leinwand, über die schwarz-weiße Bilder von brennenden Häusern flimmern. In den Worten, die die sechs Teilnehmer der szenischen Lesung sprechen. Und vor allem in den Köpfen jener, die ihn noch erlebt haben. Doch die, die am Antikriegstag in die Johanniskirche gekommen sind, beten und singen vor allem für den Frieden.
Viele sind es, die der Einladung des Wittener Friedensforums, des Freundschaftsvereins Tczew-Witten, des DGB und nicht zuletzt der Gemeinde gefolgt sind. Die Kirche ist fast voll. Das Gotteshaus hat mehr Menschen angelockt als die Treffen am Rathausplatz in den Jahren zuvor.
Jaqueline (19) und Denise (15) stehen am Eingang, verteilen Gesangbücher und Teelichter. „Es ist wichtig, daran zu denken, was damals passiert ist”, sagt Denise. Damals, am 1. September 1939, als die Hitler-Wehrmacht Polen überfiel und der Zweite Weltkrieg begann. Küster Hans-Jürgen Lorenz entzündet die Kerzen, die während der Veranstaltung hinten im Kirchenraum auf Glasschalen und Sand ein helles Zeichen für den Frieden setzen.
Sonja Leidemann ist gekommen, nicht nur aus beruflichen Gründen. „Ich wünsche Ihnen Gottes Segen für Ihre zweite Amtszeit”, begrüßt Birgit Guth die neue und alte Bürgermeisterin. Dann erinnert die Pfarrerin daran, wie notwendig es ist, diesen Tag im Gedächtnis zu behalten. Und sie erinnert auch daran, wie wichtig gute und friedliche Nachbarschaft ist – so wie es die vier Innenstadtgemeinden seit 30 Jahren mit der AG „Offene Kirche” vormachen.
„Angst ist so schrecklich”, sagt Beate Albrecht vom Team „theaterspiel”. Als die Mitwirkenden über den Krieg zu sprechen beginnen, verlässt ein kleiner Junge die Kirche. Er schaut verstört, muss draußen getröstet werden.
Im Regen gehen die Menschen nach der Veranstaltung in der Johanniskirche zum Mahnmal im Lutherpark, legen einen Kranz nieder und gedenken der Opfer. Wie jedes Jahr an diesem Tag. Denn auch nach 70 Jahren darf man nicht vergessen.
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