Kellnerin in Witten beraubt und geschlagen

Der Angeklagte steht vor dem Wittener Amtsgericht.
Der Angeklagte steht vor dem Wittener Amtsgericht.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Die Tat gibt er grundsätzlich zu, aber ist der 39-Jährige auch schuldfähig? Sein Opfer hat jedenfalls schmerzhafte Erinnerungen an die Tat im Mai.

Witten..  Als ein betrunkener Gast mitten in der Nacht das Lokal betrat, ahnte die Kellnerin noch nicht, was passieren würde. Der 39-Jährige raubte ihre Geldbörse, auf der Flucht verletzte er die Frau. Nun muss sich der Täter vor dem Wittener Amtsgericht verantworten. Aber ist er überhaupt schuldfähig?

Der Vorfall ereignete sich im Mai. Dabei könnte der Angeklagte so stark unter Einfluss von Drogen und Alkohol gestanden haben, dass er am Ende freigesprochen und womöglich in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht wird. Ein Gutachter soll nun die Schuldfrage klären. Laut Kellnerin hatte sich der Wittener kurz auf die Toilette begeben. Neben ihm: eine leere Wodka-Flasche. Danach sei er – von ihr unbemerkt – hinter den Tresen gekommen und habe sich ihr Portmonee geschnappt. Damit sei er dann geflüchtet. Die Frau rannte hinterher. Beim Festhalten soll der Dieb so fest um sich geschlagen haben, dass er der Bedienung eine schwere Nasenbein-Prellung zufügte.

Außer dem Opfer gibt es keine Zeugen

Zeugen für den Vorfall gibt es keine. Zwar war am Abend ein Gast in der Kneipe, dieser ist allerdings mittlerweile verstorben. Der Angeklagte hat die Tat grundsätzlich eingeräumt und sich vor Gericht bei der Kellnerin entschuldigt. Wie es genau zu dem Vorfall kam, bleibt aber strittig. Sein Anwalt verweist auf widersprüchliche Aussagen der Zeugin.

Wie ein Attest belegt, war der Angeklagte kurz nach der Tat vollkommen verwahrlost und in gesundheitlich desolatem Zustand psychiatrisch behandelt worden. Der brutale Überfall auf die Kellnerin soll nicht der erste seiner Art gewesen sein.