Kein Foto, aber immer noch viele spannende Fragen

Foto: Fischer / WAZ FotoPool

Leider nicht fündig wurden wir bei unserer Spurensuche hinsichtlich eines Fotos des Heinrich Signus. „Fotos könnten in alten Chroniken der Bruchschule oder Bachschule auftauchen“, riet Historikerin Dr. Martina Kliner-Fruck. Die Leiterin des Stadtarchivs begab sich für uns in die Tiefen ihrer Bestände. Tatsächlich stieß sie auf Quellen mit historischen Fotos, auch eine Chronik der Bachschule mit Bildern – leider zeigte keines den Lehrer Heinrich Signus.

Auch ein Anruf bei der Bruchschule blieb erfolglos. „Wir haben zwar etliche alte Fotos auch mit Lehrern von damals“, erklärte die sehr hilfsbereite Schulsekretärin – offenbar angesteckt vom Forschervirus stöberte sie für uns. „Aber Heinrich Signus ist darauf nicht zu sehen.“

„Man müsste jetzt weiter gehen, vielleicht im Wohnumfeld von Herrn Signus suchen, bei Nachbarn fragen – oder in anderen Archiven forschen“, rät Kliner-Fruck. Auch, wenn man eine Antwort auf die Frage bekommen wolle, warum Heinrich Signus damals einen Verweis von der NSDAP bekommen habe, in seinen Beruf als Lehrer während des Zweiten Weltkrieges nicht zurückkehren durfte und stattdessen von den Nazis zur Zwangsarbeit verdammt wurde, müsse man tiefer forschen. „Mit der Forschung ist das ja so: Wenn man einmal angefangen hat, dann lässt es einen nicht mehr los“, sagt Kliner-Fruck.

Personenanfragen wie die nach Heinrich Signus hat das Stadtarchiv im Saalbau übrigens ständig. „Oft kommen wir gar nicht nach. Es geht um Familienmitglieder, die aufgespürt werden sollen, oder um die eigene Geschichte, die Leute einfach verstehen wollen.“