Kann der TuS Stockum bald anbauen?

Peter Ludwig, Vorsitzender des TuS Stockum, vor seiner Mehrzweckhalle in Witten-Stockum. Der Neubau soll, leicht versetzt, vor die Front gesetzt werden.
Peter Ludwig, Vorsitzender des TuS Stockum, vor seiner Mehrzweckhalle in Witten-Stockum. Der Neubau soll, leicht versetzt, vor die Front gesetzt werden.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Der TuS Stockum hat den Bauantrag für seinen geplanten Hallen-Anbau eingereicht. Die Chefin des Edeka-Marktes nebenan ist immer noch vehement dagegen.

Witten..  Seit fünf Jahren wird das Thema in Stockum hitzig diskutiert: Der TuS möchte an seine Mehrzwecksporthalle an der Pferdebachstraße anbauen. Brigitta Hasler, Inhaberin des Edeka-Marktes gleich nebenan, ist dagegen. Wird der Rat am Montag einer Änderung des Bebauungsplans 215 („Ortszentrum Stockum-West“) zustimmen, ist der Weg für den Anbau frei.

Wittens zweitgrößter Sportverein hat sich für den Neubau auf städtischem Grund seit Jahren stark gemacht, weil er sein sportliches Angebot ausweiten möchte. Vor drei Wochen wurde ein Bauantrag bei der Stadt eingereicht.

Stadt ließ im Dezember vergangenen Jahres den Verkehr zählen

Brigitta Hasler fürchtet, dass das Projekt zu zusätzlichem Autoverkehr vor ihrer Ladentür und einer damit einhergehenden höheren Lärm- und Geruchsbelästigung führen wird. Vor allem glaubt sie, dass noch mehr TuS-Sportler auf ihrem Parkplatz parken werden, als dies jetzt schon der Fall sei, wie sie sagt. Komme der Anbau, werde sie das Kunden kosten. „Denn wer bei mir keinen Parkplatz findet, kauft woanders ein.“

Barbara Bokel, stellvertretende Leiterin des Planungsamtes, verweist auf eine Verkehrszählung im vergangenen Dezember im Auftrag der Stadt. „Dabei wurde festgestellt, dass von den 89 Parkplätzen des Edeka-Marktes im Schnitt nur 70 belegt sind.“ Markt-Chefin Hasler: „Während unserer Stoßzeiten um 17, 18 Uhr haben wir definitiv zu wenig Parkplätze.“

Peter Ludwig glaubt an keine Sichtbehinderung

Ihr weiteres Argument gegen den rund 450 Quadratmeter großen Sporthallen-Anbau: Autofahrer, die aus Richtung Dortmund auf die Pferdebachstraße fahren oder über den Annener Berg kommen, werden ihren Markt künftig unter Umständen weniger gut wahrnehmen. „Weil der Neubau ein Stück der Sicht auf unseren Supermarkt nimmt.“

Peter Ludwig, erster Vorsitzender des TuS Stockum, glaubt an keine Sichtbehinderung durch das geplante eingeschossige Gebäude und verweist darauf, dass sein Verein in den vergangenen fünf Jahren 300 Mitglieder verloren habe. Da höre er schon von den Leuten, dass sie beim TuS nicht alles machen können, was sie gerne machen würden. „Hierzu gehören etwa Sportangebote am Vormittag.“ Mit Ausnahme eines Gymnastikraums im Keller könne die Mehrzweckhalle vom Verein erst ab 17 Uhr benutzt werden. „Denn wir teilen sie uns mit Schulen.“

Der Verein wird sechs seiner 20 Parkplätze verlieren

Der Anbau, der zwei neue Hallen beherbergen soll – 180 und 110 Quadratmeter groß – ermögliche weitere Sportangebote auch vor 17 Uhr. Hier könne alles stattfinden – „außer Ballsport“. Ludwig weiß die Politik und die Stadt auf seiner Seite. „Auch die Stockumer möchten den Neubau.“ Diesen werde sein rund 1600 Mitglieder starker Verein aus eigener Tasche bezahlen. Es sei beschlossen worden, dass die Kosten 450 000 Euro nicht überschreiten dürften. Die NRW-Bank biete zinsgünstige Kredite. „Auch die Wittener Sparkasse wird sich engagieren.“

Durch das neue Gebäude wird der Verein sechs seiner 20 Parkplätze verlieren. Ludwig weist daraufhin, dass dies dadurch wettgemacht werde, dass „Sportler 70 Meter weiter auf dem Parkplatz der Bezirkssportanlage parken können“.

Markt-Inhaberin Brigitta Hasler glaubt an die Faulheit ihrer Mitmenschen. „Die Leute wollen möglichst nahe dran parken und stehen dann bei mir.“