Kampf gegen die weiße Masse
04.01.2011 | 16:26 Uhr 2011-01-04T16:26:00+0100
Witten.Mit vereinten Kräften versuchen die Streuwagen der Stadt in den letzten Wochen gegen die weiße Masse anzukommen. Da muss manchmal schon das schwere Geschütz aufgefahren werden.
Zum Beispiel wenn ein LKW am Wartenbergweg feststeckt und der Weg für das Bergungsteam frei geräumt werden muss.
Mit konzentriertem Blick und vor Anstrengung zusammengekniffenen Lippen bugsiert Uwe Sprakties den großen Streuwagen den engen Wartenbergweg entlang. Mit der 2,85m breiten Schaufel schiebt er alles aus dem Weg, was nicht auf die Straße gehört. Gleichzeitig fragt das computergesteuerte Streuprogramm: „Geschwindigkeitssimulation starten?“ und schon geht’s los. Aus dem Tank des Wagens fliegt das Salz, als ob Uwe Sprakties 30 km/h fährt. „Je schneller wir fahren, umso mehr Salz wird gestreut. Mit der Simulation können wir so tun, als ob wir schnell fahren und dementsprechend mehr Salz streuen“, erklärt Vize-Betriebsamtsleiter Thomas Bodang. An einer Stelle muss Uwe Sprakties besonders vorsichtig sein.
Hier sei ein Streuwagen einen Tag zuvor schon in die Wiese abgerutscht, als es den Weg räumen wollte und musste mit einem Traktor wieder in die Spur gezogen werden. Aber der 48-Jährige hat keine Probleme. „Ich traue mir mehr zu, als manch ein anderer, deswegen werde ich bei Sonderaktionen angerufen“, glaubt Uwe Sprakties.
Zur Zeit laufe in der Zentrale des Betriebsamtes das Telefon heiß, so Thomas Bodang. „Die Leute beschweren sich, dass der Schnee in ihrer Straße nicht weg ist oder dass die Müllabfuhr nicht durchkommt. Wir haben jeden Tag um die 500 Anrufe“, erzählt er. Zum Glück sei genügend Salz vorhanden. Erst gestern habe man eine Lieferung von 50 Tonnen bekommen, so Bodang und die nächste Fuhre ist schon bestellt.
Die Beschwerden der Anwohner von ungeräumten Seitenstraßen verstehe Fahrer Uwe Sprakties. Alllerdings verlange er auch mehr Verständnis für die Räumfahrzeuge: „Wir räumen erst die Hauptstraßen. Die haben Vorrang. Und wenn ich von Autofahrern beleidigt werde, weil ich meinen Job nicht richtig machen würde, verstehe ich das nicht.“ Das sei öfter passiert, aber da höre er nicht hin.
Seit 13 Jahren schiebt Uwe Sprakties Schnee. Komisch findet er, dass viele Leute ihren Fahrstil nicht der Glätte anpassen. „Einmal ist einer auf mich zugerast und er konnte auf dem Eis nicht mehr lenken. Zum Glück ist er knapp an meiner Schaufel vorbei gerutscht“, erzählt der 48-Jährige. Sonst wäre das Auto des Fahrers Schrott gewesen.
Trotz des ganzen Stress findet Uwe Sprakties schöne Seiten am Schneeschieben. „Wenn ich der erste bin in einer unberührten Schneedecke, ist das ein tolles Gefühl.“
14:32
Auch die Jägerstr. auf dem Ardey ist noch nicht geräumt und das Autofahren wird zur Schlitterpartie. Anstatt erst den Schnee zu räumen und dann zu streuen, wird alle zwei Wochen, wenn die grauen Tonnen abgeholt werden, Salz gestreut. Was dann mit dem Schnee auf der Straße passiert, kann sich jeder vorstellen. Zur Zeit bin ich im Bayrischen Wald und kann nur sagen, dass die hier über unsere Straßenprobleme nur lachen. Die Straßen werden, geräumt und dann mit Salz (Hauptstraßen) und mit Asche (Nebenstraßen) gestreut. Alle (!) Straßen sind sehr gut zu befahren. Dort muss sich kein Auto durch losen aufgeworfenen Schnee quälen. Vielleicht sollte er Bodang mal über die Landesgrenzen schauen und lernen, wie südlichere Regionen mit dem Schnee klar kommen. Auf jeden besser als bei uns!
08:08
Für Heven, Fischenbergstr. und Umgebung gilt das Gleiche (wie auch im vorigen Winter). Habe gesehen wie ein Räumfahrzeug (erst nach Ansprache Betriebsamt) zwar unseren Berg hochgefahren ist, aber weder geräumt noch gestreut hat. Und anderswo wird in Witten geräumt (Arenberg), obwohl dort keine Strassenreinigungsgebühr bezahlt werden.
19:04
Na klar erst werden die Haupstraßen geräumt und dann die Nebenstraßen , nur jetzt sind die Hauptstraßen frei aber die meisten Nebenstraßen sind noch nicht geräumt . Bei uns in Vormholz war in diesem Winter noch nicht einmal ein Räumfahrzeug , wir Anwohner kommen kaum mit unseren Autos in die Straße .