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Kampf den Kostenfressern

26.02.2016 | 18:33 Uhr
Kampf den Kostenfressern
Alexandra Kopetzki, Leiterin der Verbraucherzentrale in Witten, und Energieexperte Jochen Entsberger wollen Bürgern helfen, Kosten zu sparen.Foto: Barbara Zabka

Witten.   Verbraucherzentrale Witten schickt ab sofort Energieberater zu Bürgern. Sie erarbeiten Spartipps. Vom Lüften über den Kühlschrank bis zum Stromtarif.

Bei vielen Mietern dürften derzeit die Jahresabrechnungen für Strom- und Heizkosten im Briefkasten landen. Dies nimmt die Verbraucherzentrale in Witten zum Anlass, um auf einen neuen Service aufmerksam zu machen: Eine Energieberatung soll die größten Kostenfresser im Haushalt aufdecken.

„Wir freuen uns, dass wir neben der Beratung für interessierte Haussanierer endlich auch schwerpunktmäßig ein Angebot für Mieter in Witten anbieten können“, sagt die Leiterin der hiesigen Verbraucherzentrale, Alexandra Kopetzki. Drei Energieexperten stehen den Menschen in der Ruhrstadt zur Verfügung, im gesamten Ennepe-Ruhr-Kreis gibt es sechs.

Neukauf von Haushaltsgeräten ist keine Patentlösung

„Wir gehen dann in die Haushalte und nehmen die Verbräuche auf“, sagt Diplom-Ingenieur Jochen Entsberger. Er schaut sich also an, wie viel Strom, Wasser, Gas oder Öl benutzt wird, und bringt einen Strommesser mit. Aus den Abrechnungen der letzten Jahre errechnet er zudem einen Mittelwert. „Viele Mieter kennen nur den Betrag, den sie am Ende in Euro zahlen müssen, wissen aber gar nicht, wie viel Cent sie für eine Kilowattstunde bezahlen.“ Entsberger interessiert sich ebenfalls für den Kühlschrank und große Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen oder Trockner, aber auch Fernseher und Spielekonsolen.

Wie groß die Kosten sind, die einzelne Geräte verursachen, ist Mietern oder Hauseigentümern meist nicht bekannt. So bleibe ein Wasserbett etwa durchgehend warm und ein Aquarium fresse auch einiges an Energie. Ebenso alte Kühlschränke in Kellern oder Gartenlauben. Manchmal reichen schon kleine Maßnahmen wie Steckerleisten an Steckdosen, um Geld zu sparen. Vielleicht bullert gerne mal ein Heizlüfter im Haus oder der Kühlschrank steht zu nah am Herd.

Information
Das ganzjährige Service-Angebot kostet zehn Euro

Das in Witten neue Energieberatungsangebot gibt es im EN-Kreis seit gut zwei Jahren. Es richtet sich sowohl an Mieter als auch an Eigentümer, die Kosten sparen wollen.

Dank Fördermittel des Bundeswirtschaftsministeriums kostet die persönliche Beratung zehn Euro, für Geringverdiener ist sie kostenfrei. Termine sind ganzjährig möglich und können innerhalb von maximal zwei Wochen vereinbart werden, etwa telefonisch unter 28281-01, oder im Internet auf www.vz-nrw.de/energieberatung

Sich neue Geräte anzuschaffen, ist aber keine Patentlösung, weiß Entsberger. „Es kommt vor allem darauf an, wie oft sie genutzt werden. Mein Trockner ist 17 Jahre alt, aber es lohnt sich für mich nicht, ihn auszuwechseln.“

Ohnehin spiele das Nutzerverhalten immer eine sehr große Rolle. „Wenn Teenager im gewissen Alter sind, steigt der Wasserverbrauch, weil sie gerne lange duschen“, nennt er ein Beispiel. Oder wer das Baden liebt, wird sich kaum daran stören, dass es dreimal mehr Wasser benötigt als das Duschen. „Das Verhalten zu verändern ist das Schwierigste“, gerade in Haushalten, wo sich nicht alle fürs Energiesparen stark machen.

Möchte ein Ratsuchender keinen Fremden im Haus, kann er sich auch bei der Verbraucherzentrale beraten lassen (dort bieten Juristen zudem Hilfe bei rechtlichen Schwierigkeiten mit Energieabrechnungen) und ein Strommessgerät gegen 20 Euro Pfand für zwei Wochen ausleihen. Die Energieberater sind aber auch für Ungewöhnliches in den Wohnungen und Häusern gewappnet. „Das Skurrilste, was ich bisher gesehen habe, war ein beheizter Billardtisch. Darauf sollten die Kugeln besser rollen.“

Expertenbesuch dauert eine Stunde

Nach dem Expertenbesuch, der etwa eine Stunde dauert, gibt’s einen Bericht und persönliche Spartipps – vom richtigen Lüften bis zur Übersicht über den günstigsten Stromtarif. „Wir wählen einen örtlichen Anbieter, drei Alternativen und ein Ökoangebot aus, schwarze Schafe filtern wir sofort raus“, sagt Entsberger. Und die städtische Klimaschutzmanagerin Sonja Eisenmann ergänzt: „Ein Vorteil der Stadtwerke Witten ist, dass sie nur Ökostrom anbieten.“ Allerdings rät Beratungsstellenleiterin Alexandra Kopetzki in diesem Bereich genau hinzuschauen: „Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom, genauso wenig wie Bio gleich Bio ist.“

Oliver Kühn

Kommentare
27.02.2016
23:42
Kampf den Kostenfressern
von Muellermueller | #1

Wenn die netten Mitarbeiter der Wittener Verbraucherzentrale Kostenfresser bekämpfen möchten, dann sollen sie ihren mit jährlich 250 000 EUR...
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2016-02-26 18:33
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