Kaffeetrinken im Muttental bei den Eberles

Heinz und Angelika Eberle in ihrem Gastraum mit Ausstellung im Wittener Zechenhaus Herberholz. Im Raum gibt es auch eine Ecke für „Jungknappen“. Hier können Kinder spielen, malen, basteln.Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services
Heinz und Angelika Eberle in ihrem Gastraum mit Ausstellung im Wittener Zechenhaus Herberholz. Im Raum gibt es auch eine Ecke für „Jungknappen“. Hier können Kinder spielen, malen, basteln.Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services
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Was wir bereits wissen
Heinz und Angelika Eberle aus Bochum sind die neuen Gastronomen im Zechenhaus Herberholz.Das Ehepaar ist seit Jahrzehnten dem Muttental verbunden.

Witten..  Der Mann hat viel Humor. Die Lachfalten um seine Augen verraten es. „Beim Muttentalfest am 29. März konnten sie hier vor dem Haus eine Wattwanderung machen, so schlammig war das“, erzählt Heinz Eberle schmunzelnd. Ostern war das Wetter zum Glück deutlich freundlicher: Ein überwiegend sonniger Start für das neue Pächterpaar im Zechenhaus Herberholz. Heinz Eberle wird hier samstags, sonntags und an Feiertagen mit seiner Frau Angelika nicht nur Kaffee, Kuchen, Würstchen und Steaks anbieten, sondern ist auch ein kompetenter Ansprechpartner in Sachen Bergbaugeschichte.

Eines vorab: Die Eberles sind keine Wittener, sondern in Bochum zuhause. Schon vor Jahrzehnten lernten sie das Muttental lieben. „Hier sind wir sehr häufig mit unserem Sohn, als der noch klein war, spazieren gegangen und mit Freunden aus Süddeutschland, die dachten, im Revier ist immer noch alles grau und schwarz.“

Bei Eberles Sohn Bastian haben die Ausflüge zur „Wiege des Ruhrkohlebergbaus“ nachhaltige Eindrücke hinterlassen. „Er ist Bergmann geworden, arbeitet als Fördermaschinist auf mehreren Schachtanlagen.“ Vater Heinz ist kein Bergmann, sondern war als gelernter Betriebsschlosser 47 Jahre bei der Bogestra. „20 Jahre habe ich Straßenbahnen repariert.“ Dann hat der Mann die Folienwerkstatt des Nahverkehrsunternehmens aufgebaut, die das Werbematerial der Bogestra herstellt. Angelika Eberle ist Fotolaborantin, hat in der Radiologie des Bochumer Augusta-Krankenhauses gearbeitet, „insgesamt 36 Jahre“.

Eberle macht Führungen im Bergbau-Museum Bochum

Ihr Mann, der gerne Industrielandschaften fotografiert, hat seit Jahrzehnten ein Herz für den Bergbau, ist auch ehrenamtlich als Führer im Bochumer Bergbau-Museum tätig, erklärt Gästen dort das Anschauungsbergwerk. Als für die Gastronomie der Zeche Herber­holz ein neuer Pächter gesucht wurde, fragte er seinen Freund Edgar Fischer: „Was hälst Du davon, wenn wir das machen?“ Der nickte, Fischers Ehefrau Christel auch. So teilen sich die Eberles und die Fischers die Pächter-Arbeit im Zechenhaus, werden aber auch oft zu viert vor Ort sein.

Edgar Fischer, Bergmann und Ingenieur, hat elf Jahre unter Tage gearbeitet und 2010 in Bochum den nordrhein-westfälischen Knappentag mitorganisiert. Noch einer, der was erzählen kann, wenn Besucher die Räume des Zechenhauses im Muttental betreten und die dortigen Ausstellungsstücke bestaunen, wie Gruben- und Wetterlampen, die aus Kohle geschnitzte Heilige Barbara oder Kohlezeichnungen. Heinz Eberle hat im Gastraum auch eine „Jungknappen-Ecke“ eingerichtet, wird mit Kindern Knappenhüte basteln. So einen Hut hat er schon selbst und wenn er den trägt, strahlt der 63-Jährige.

Info: Die Gastronomie des Zechenhauses Herberholz an der Muttentalstraße 32 in Witten ist samstags, sonntags und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet, immer von April bis Oktober. Mehr Informationen und der Kontakt zum Pächter unter: www.muttental-zechenhaus-herberholz.de oder über Facebook:
www. facebook.com/zechenhausherberholz