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Junge Wittener Cineasten lieben Verrücktes

20.01.2015 | 19:14 Uhr
Junge Wittener Cineasten lieben Verrücktes
Im Sommer war die Initiative „Super Filme“ mit ihrem noch privaten Freiluftkino zu Gast im Hinterhof einer Maschinenfabrik an der Ruhrstraße.Foto: Jonas Friedrich

Die Initiative „Super Filme“ erlebte ihre Geburtsstunde auf einem Hinterhof. Jetzt zeigt sie in Kooperation mit dem Kulturforum im Haus Witten die Film-Reihe „Absurditäten“. Die Wittener Kinolandschaft verspricht um einiges verrückter und reichhaltiger zu werden.

Schräges, Widersprüchliches, Surreales: Eine neue Kino-Reihe im Haus Witten präsentiert allerlei „Absurditäten“. So zumindest nennt Till Gentzsch den roten Faden, der sich durch die Filmauswahl des Programmkinos zieht. Der 24-jährige Student hat die Initiative „Super Filme“ ins Leben gerufen: Eine Gruppe junger Cineasten, die die Wittener zu handverlesenen Klassikern vor die Leinwand locken will.

So absurd wie der Titel der neuen Programmreihe klingt auch die Gründungsgeschichte der Initiative: Los ging es im vergangenen Sommer mit einer Art „Private Viewing“ in Hinterhöfen. Bei einbrechender Dunkelheit versammelten sich die Filmliebhaber mit Klappstühlen und mobiler Leinwand etwa im Hinterhof einer Maschinenfabrik an der Ruhrstraße. Noch war es eine kleine Gruppe von Studenten der Uni Witten/Herdecke. Die Veranstalter: Till und seine zwei Freunde David Kempf und Pujan Karambeigi, die sich von gemeinsamen Philosophie-Kursen kannten.

„Wir hatten schon immer die Idee, ein eigenes Kino zu machen“, sagt Till Gentzsch. An anderen Hochschulen – etwa an der Ruhr-Uni Bochum – gibt es längst Film-Initiativen, die beispielsweise Hörsäle zum Kino umfunktionieren. An der Wittener Privatuni aber habe ein solches Angebot bislang gefehlt, so Till. Seine Initiative „Super Film“ will aber keinesfalls nur ein Studentenclub sein. Vielmehr gehe es darum, neue Angebote für die Öffentlichkeit zu schaffen.

Bei Hans-Werner Tata vom Kulturforum rannten die Studenten offene Türen ein. Tata selbst ist bekennender Cineast und veranstaltet das regelmäßig stattfindende „Haus Witten Kino“, das sich mittlerweile großer Beliebtheit erfreut. Der Initiative der Hinterhof-Gucker bot er sein professionelles Gerät und den kleinen Kinosaal als Winterquartier an. Im Gegensatz zum Haus Witten Kino, das auf neue Leinwanderfolge setzt, dürfen die „Super Filme“-Mitglieder weiterhin frei entscheiden, was sie sehen möchten. Und das ist aktuell eben: Absurdes!

„Ich finde das Thema ganz spannend“, erklärt Till. „Es gibt einfach viele verschiedene Spielarten des Absurden.“ Mal sind es die eher surrealen Szenen wie in „Clockwork Orange“, mal besonders verrückte Situationen. Wenn am Donnerstag die Komödie „Eine Frau ist eine Frau“ (1961) von Jean-Luc Godard auf dem Programm steht, freut sich Till Gentzsch vor allem auf die „vielen unterschiedlichen und teils widersprüchlichen Details der Bilder“, die die recht einfache Geschichte rund um den Kinderwunsch einer Burlesquetänzerin so sehenswert machen würden.

Wie lange die Reihe der Absurditäten im Haus Witten noch andauert, steht derzeit aber noch nicht fest – ab Mitte Februar gehen viele Studenten zum Semesterende auf Heimaturlaub. Klar ist aber: „Super Filme macht auf jeden Fall weiter.“ Und der nächste (Freiluftkino-)Sommer kommt bestimmt.

Info:
Die nächste Vorstellung der Absurditäten-Reihe findet am Donnerstag, 22.1., im Haus Witten, Ruhrstraße 86, statt. Gezeigt wird „Eine Frau ist eine Frau“ (1961). Beginn: 18 Uhr. Eine zweite Vorführung ist um 20.30 Uhr. Karten kosten 5 Euro, ermäßigt 4 Euro.
Informationen zur studentischen Film-Initiative „Super Filme“ gibt es unter www.facebook.de/superfilme.witten.

Anna Ernst

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2015-01-20 19:14
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