Jugendliche drehen Aufklärungsfilm über Witten

Alison Fischer und Tobias Sternberg führen durch den Film.
Alison Fischer und Tobias Sternberg führen durch den Film.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Weil junge Wittener offenbar zu wenig über ihre Stadt wissen, kann man das Aufklärungsvideo „Die ganze Wahrheit über Witten“ nun auf Youtube angucken.

Witten.. Die ganze Wahrheit über Witten ist: dass ihre jungen Einwohner ihre Heimatstadt weit weniger gut kennen als man glauben mag. Diese Wissenslücke stört die Mitglieder des Kinder- und Jugendparlaments schon lange. In den letzten fünf Monaten wurde ein „Aufklärungsfilm“ gedreht, der seit einigen Tagen auf Youtube zu sehen ist. 1100 Leute haben sich das Video bereits angeschaut.

„Die ganze Wahrheit über Witten“ (so der Filmtitel) wird in zehn Minuten erzählt. „Dass wir so viele Infos in zehn Minuten quetschen mussten, war unsere größte Schwierigkeit“, erzählt Jugendbeauftragter Gerd Kinski. Bei einer Projektwoche in den Herbstferien drehte der Kölner Filmemacher Benjamin Bischof zusammen mit sieben jungen Wittenern etliche Stunden. Diese wurden dann pfiffig geschnitten, so dass ein ziemlich munteres Video entstand.

Einwohnerzahl scheint unbekannt

Zunächst werden auf der Bahnhofstraße Passanten befragt: Wie viele Einwohner hat Witten? Großes Achselzucken. „300- bis 350 000“, schätzt einer. Naja, 98 000 wären es gewesen. Welche Sehenswürdigkeiten hat Witten? Auch da herrscht Ratlosigkeit. „Das Rathaus?“ fragt ein Mädchen zweifelnd. Und Tobias Sternberg und Alison Fischer führen die Kamera zur Ruine Hardenstein, zum Helenenturm oder zum Berger Denkmal. Tobias Sternberg erklärt die Fakten, Alison Fischer taucht immer wieder im Hintegrund der Szenen auf. Wie ein „weißer Faden“, denn sie trägt dabei einen gewöhnungsbedürftigen weißen Puschelumhang.

Was und wie das Kijupa arbeitet

Nächste Frage: Wie sind denn die Spielplätze? „Nicht so gut“, sagt ein Junge, und müsste dringend mal aufgeklärt werden: über die Spielplatzoffensive, bei der manche Flächen zwar geschlossen, manche aber aufwendig neu gestaltet wurden.

Im zweiten Teil des Films erklärt das Kijupa was und wie das Gremium für junge Leute arbeitet. Und wie wird die Situation für Wittens junge Leute in 30 Jahren sein? Genauso gut, hofft die damalige Sprecherin Leonie Kothe. Aber auch, „dass es dann hoffentlich eine kommerzielle Disco in Witten gibt“.

Bislang kann man sich den Film auf der Videoplattform Youtube angucken, auf der Homepage und dem Facebook-Auftritt des Kijupa. Allein über Facebook habe man bereits 6000 Personen erreicht, sagt Gerd Kinski. Mit dem Film könne man nicht alles erklären, sagt er, aber „wir hoffen einen Anstoß zu geben, dass sich Jugendliche mehr mit ihrer Stadt beschäftigen.“ Was die Filmemacher übrigens am meisten überraschte: dass die drei Jugendzentren Famous, Freeze und Treffpunkt sowie ihre Angebote bei den Jugendlichen so wenig bekannt sind.