Jubiläumskonzert im Saalbau
18.05.2009 | 08:00 Uhr 2009-05-18T08:00:00+0200
Bis auf den allerletzten Platz war der Saalbau am Samstagabend besetzt. Das Konzert zum 100. Geburtstag des Männerchors „Lyra” wollten sich weder die zahlreichen Zuhörer noch ehemalige Chormitglieder entgehen lassen.
„Es schmerzt, euch im Saal anstelle auf der Bühne zu sehen”, gestand Chorleiter Stefan Lex zu Beginn. Seit 27 Jahren übt der Dirigent und Tenor wöchentlich mit seinem Chor. Aus Erfahrung wisse er, dass viele „das Kreuz des Alters zu tragen” und nicht mehr die Kraft haben, an den Proben teilzunehmen. Nach den ersten frühlingshaften Wanderliedern des knapp 80-köpfigen Traditionschores begrüßte Lex auch Lyra-Ehrenvorsitzenden Heinz Derstadt im Publikum. „Er hat sich von ganz tief unten von der Intensivstation wieder nach oben gekämpft und ich persönlich habe viel von ihm gelernt.”
Ein Chor wie „Lyra” bringt zwar alljährlich professionelle Konzerte auf die Bühne, aber schließlich menschelt es auch in dieser Gemeinschaft. So verzichtete Lex auf einen chronologischen Rückblick in die musikalische Geschichte. Stattdessen schmetterten die Herren ihre Lieblingslieder wie aus einer Brust. Zum Beispiel „Ich liebte einst ein Mädchen”: „Ein Wunsch der Bässe. Achten Sie auf die dritte Strophe, wenn sie die zweite verdaut haben”, erklärte Stefan Lex. Und so stimmten die 80 Männer weiter an: „Sie kann Küssen gut leiden”.
Die humorvollen Einlagen des Chores, wie ein zartes Vogelgezwitscher in den Frühlingsliedern, sowie die Moderation von Lex im Stile zwischen Gentleman und Schelm amüsierten das zumeist ältere Publikum. Musikalisch präsentierte sich Tenor Lex auch selbst und sang mehrere Stücke, darunter Lieder seiner neuen Pop-Schlager-CD.
Der gelernte Dirigent hatte erneut seine Frau Sigrid Althoff eingeladen. Die Pianistin leistete als Begleitung am Klavier wieder die Schwerstarbeit des Abends. Als weitere Gäste rissen die Sopranistin Christiane Linke sowie die Band „Pomp-A-Dur” die Zuhörer zu Beifallsstürmen hin.
10:34
Ein tolles Konzert. Eines verstehe ich allerdings nicht. Wann immer die Bürgermeisterin oder ihr Stellvertreter Dietrich (beide SPD) auf einer Veranstaltung auftauchen, wird in dieser Zeitung über sie berichtet. Warum steht aber nichts über das hervorragende Grußwort des Stellvertretenden Bürgermeisters Kieselbach (CDU) in diesem Bericht? Hat er einfach das falsche Parteibuch?