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Jubel an der Uni: Gerettet

20.06.2007 | 08:37 Uhr

Die Düsseldorfer Droege International Group gibt zwölf Millionen Euro. Das soll der Grundstock für die Umwandlung der Hochschule von einer GmbH in eine private Stiftungsuniversität sein

Der Jubel kennt keine Grenzen. Soeben hat Direktoriumsvorsitzender Dr. August Oetker im Audimax die Rettung der finanziell stark angeschlagenen Uni Witten/Herdecke verkündet. Was folgt, sind lautes Klatschen und Hurra-Rufe.

Der Retter kommt vom Rhein. Es ist das Düsseldorfer Familienunternehmen Droege International, das gestern verbindlich zwölf Mio Euro für fünf Jahre zugesagt hat. Dies soll der Grundstock für eine Stiftung sein, in die die Hochschule - bisher eine gemeinnützige GmbH - überführt wird. Witten/Herdecke wird private Stiftungsuniversität.

Damit ist der monatelange Verhandlungspoker beendet. Viele sind froh, dass die Stiftung Rehabilitation Heidelberg (SRH) nicht zum Zuge gekommen ist. Hatten viele bei einer Übernahme durch SRH doch einen Ausverkauf der Ideale befürchtet.

Nachdem sich kürzlich ein anderer Interessent, die Software AG aus Darmstadt, zurückgezogen hatte, schien die Zukunft der Uni wieder völlig ungewiss. Zwar war von weiteren möglichen neuen Gesellschaftern die Rede. Doch die Verhandlungen mit Droege waren bis zur letzten Minute geheim gehalten worden. "Das war so geheim, dass selbst der Pressesprecher und die Dekane erst kurz vorher davon erfahren haben", sagte gestern Hochschulsprecher Hans.

Er sieht nun die große Chance, "dass die Uni langfristig sich selbst gehört". Bestätigt fühlen kann er sich durch Äußerungen von Droege-Miteigentümerin Dr. Hedda im Brahm-Droege: "Wir wollen die Unabhängigkeit der renommierten Privatuniversität gewährleisten", erklärte sie. Ihrem Unternehmen gehe es um die Förderung eines innovativen, zukunftsweisenden Hochschulmodells, "das den Studenten gleichrangig die Entwicklung ihrer Persönlichkeit und den Erwerb fachlicher Qualifikationen ermöglicht". Gestern Abend wurde erst einmal gefeiert: mit Bier und Champagner.

Von Jürgen Augstein

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