Jedes Jahr verunglücken 55 Radfahrer

Sicheres Fahrradfahren erfordert viel Übung und Vorsicht. Im Schnitt wurden in den letzten Jahren bei Unfällen in Witten jedes Jahr fast 55 Radfahrer verletzt (siehe Tabelle). „In den letzten drei Jahren bis Anfang Mai dieses Jahres hat es 164 Unfälle gegeben“, berichtet Polizeihauptkommissar Roland Deckenhoff.

Davon waren 34 Alleinunfälle – also Unfälle ohne Einwirkung eines weiteren Verkehrsteilnehmers. So etwas passiere etwa beim Einbiegen oder Kreuzen im Verkehr. An jedem zehnten Unfall war ein weiteres Fahrzeug beteiligt. Auch Erwachsene fühlten sich selbst oft nicht so sicher auf dem Rad. „Viele fahren auch auf dem Gehweg. Gefährlich wird es da erfahrungsgemäß an Ein- und Ausfahrten. Oft ist auch ein falsches Verhalten beim Abbiegen zu erkennen, und Verkehrsregeln werden nicht beachtet“, weiß der Experte.

Die Gefahrenstellen sind übers ganze Stadtgebiet verteilt. Besonders problematisch sei es auf stark befahrenen Straßen wie der Husemannstraße und der Ardeystraße – und überall, wo Schienen liegen. Bekannt als Unfallstelle beim Abbiegen ist der Polizei auch die Kreuzung Ruhrstraße/Ruhrdeich.

Nicht unterschätzen sollte man auch die Gefahren, die rund um den Kemnader See lauern. „Hier sind meist viele Fußgänger unterwegs, und es kommt zu einigen Kollisionen mit Radfahrern. Wir gehen dort zudem von einer höheren Dunkelziffer aus“, sagt der Beamte.

Vom Gesetzgeber ist vorgegeben, dass Kinder ab zehn Jahren auf der Straße fahren. Schwer sei es in dem Alter allerdings noch, Entfernungen richtig abzuschätzen, ebenso wie den toten Winkel zu beachten. Auch motorisch seien die meisten Kinder im jungen Grundschulalter oft noch nicht so weit entwickelt. Um Schüler für typische Gefahren zu sensibilisieren, sei regelmäßiges Training entscheidend. „Üben, üben, üben – kann ich nur empfehlen. Das ist das A und O“, mahnt Deckenhoff. Eltern könnten prinzipiell überall mit ihren Kindern in der Stadt fahren. Am Stausee oder auf Radfahrwegen könne gut geübt werden. Und ein letzter Tipp: „Am besten auch in vernünftiger Kleidung und nicht in Mausgrau.“