Jedes fünfte Kind ist arm
11.06.2010 | 18:59 Uhr 2010-06-11T18:59:00+0200
Witten.Fast jedes fünfte Kind in Witten ist von Armut betroffen. 15,4 Prozent sind es im gesamten Kreis, 4,5 Prozent weniger als in Witten (19,9 Prozent). Die Zahlen des Armutsberichtes, die im Kreisausschuss für Soziales und Gesundheit debattiert wurden, wirkten erschreckend.
In der gesamten Armutsstatistik (Erwachsene inbegriffen) steht Witten mit 11,2 Prozent sogar an erster Stelle im Kreis. Bei den Kindern ist nur Schwelm mit 20,1 Prozent noch stärker betroffen.
Gerd Kinski, Kinder- und Jugendbeauftragter der Stadt, war überrascht über die Zahlen. „Diese Höhe hatte ich nicht erwartet“, so Kinski. Für Hartmut Claes, Geschäftsführer der Caritas, kamen die Zahlen nicht so unerwartet. „Wir erleben es hier oft, dass Eltern kein Geld mehr für Windeln haben oder für spezielle Nahrung, wenn die Kinder unter Allergien leiden.“
Einen Grund für diese Misere sieht Claes in der „Unfähigkeit“ vieler Eltern, ordentlich zu wirtschaften. „Früher gab es bei besonderen Anschaffungen einmalige Beihilfen“, sagt der Caritas-Geschäftsführer. Die es aber seit Einführung der Hartz-IV-Gesetze nicht mehr gebe. Die Leute hätten nicht mehr gelernt, Rücklagen zu schaffen.
Claes fände in solchen Fällen „pädagogische Wirtschaftskurse“ angebracht. Für Kinder fordert er eine Berechnung des Bedarfs, der sich konkret an ihren Bedürfnissen orientiert. Die Bundesregierung sei nach dem Urteil des Bundesverfassungsgericht am Zuge.
Klaus Schmidt, Leiter der Abteilung für erzieherische Hilfen beim Jugendamt, würde es lieber sehen, wenn Beihilfen direkt in den Kitas landen. „Da kommt die Hilfe dann auch bei den Kindern an.“, sagt Schmidt. Direkt gegen die Armut könnten er und seine Leute auch nichts tun. „Wir können nur Hilfe bei der Erziehung anbieten.“
Allerdings bezweifelt Klaus Schmidt, dass es sich um rein materielle Armut handelt. „Bei immer mehr Eltern ist die pädagogische Kompetenz rückläufig“, so Schmidt. Nicht nur finanziell schlecht gestellte Familien bräuchten Erziehungshilfen. Besonders im Bereich der Haushaltshilfe sei der Bedarf enorm gestiegen. „Wenn wir vor zehn Jahren zehn bis 15 Fälle hatten, sind es heute 120 bis 130.“
14:37
ES GIBT KEINE ARMEN KINDER,
ES GIBT NUR KINDER ARMER ELTERN !!
17:17
für die schönredner: es kann auch mal wo anders dran liegen, das jedes fünfte kind arm ist ! es gibt nicht nur faule eltern oder alkis, leute fragt euch mal warum das so ist , unsere politik wir immer mehr für die reichen gemacht , da gibt es nichts mehr schön zu reden, die machen die gesetze so das sie reich bleiben und noch reicher werden , wacht auf bevor auch der mittelstand dran ist ! dann ist auch euere arbeit dran , sozialkürzungen sind der untergang für unser land, es werden leute unter brücken schlafen, oder für hungerlöhne arbeiten, das drückt dann auch euern lohn. leben und leben lassen war mal in !
16:57
Wenn der erste Kommentator cihtig lesen würde, hätte er auch gesehen, dass nicht die regelsätze für Kinder eröht werden sollen, sondern dass sie Bedarfsgerecht errechnet werden sollen.
Ich finde auch, dass man Kinder nicht am Bedarf von Erwachsenen berechnen kann. Die brauchen nämlich keine Windeln, Spielsachen und auch nicht so oft neue Anziehsachen, da sie nicht mehr wachsen.
08:46
@1
FDP ?
19:24
claes hat zum teil recht.eindeutig können die meisten klienten nicht wirtschaften, haben dieses auch vom elternhaus her nicht gelernt. hinsichtlich von einmaligen beihilfen sollte nicht unerwähnt bleiben, dass bei der umstellung von sh zu hartz4
hier eine pauschalierung vorgenommen wurde und eben die leute nie haben wirtschaftengelernt. klientel eben.
herr schmidt verwechselt wohl haushaltshilfe und spfh, oder?
eine erhöhung der regelsätze für kinder hat das bverfg absolut nicht angemahnt. hier scheint bei interessierten kreisen die phantasie durchzu- gehen. alle klagen, ohne zu leiden. ratschlag: eigenen arsch bewegen/ eigenverantwortung zeigen.