Irische Klänge verzaubern Publikum im Haus Witten

Dass Irische Klänge nicht altmodisch sein müssen, beweist die Band „Cara“ im Haus Witten.
Dass Irische Klänge nicht altmodisch sein müssen, beweist die Band „Cara“ im Haus Witten.
Foto: WAZ FotoPool
Die Irish Folk-Band „Cara“ feierte mit begeisterten Gästen eine perfekte Sommerparty im Haus Witten. Es war das bisher zweite Konzert im diesjährigen Wittener Kultursommer. Besonders der Dudelsackspieler galt als Höhepunkt und zeigte, dass „Volksmusik“ nicht immer altmodisch sein muss.

Witten.. Eng ist es im Innenhof von Haus Witten, stickig, noch ein bisschen heißer als draußen vor dem alten Gemäuer – aber das stört wirklich niemanden. Denn hier findet eines der besten Events des diesjährigen Kultursommers statt. Die fünfköpfige Irish Folk-Band „Cara“ hat das begeisterte Publikum voll im Griff. Der Piper Hendrik Morgenbrodt entlockt in einem mitreißenden Solo seinem Dudelsack eine unglaubliche Fülle an Tönen, wird belohnt mit Jubel und Beifall.

Rund 350 Gäste genießen das Konzert der temperamentvollen Band um die beiden Sängerinnen Gudrun Walther und Kim Edgar, gemütlich an den Tischen sitzend, stehend oder im Schneidersitz direkt vor der großen Bühne, bunt gemischt durch alle Generationen. „Dies ist die zweite Veranstaltung des diesjährigen Kultursommers“, erklärt Hans Werner Tata vom Wittener Kulturbüro. „Heute ist einfach alles perfekt – das Wetter spielt mit, die Band trifft genau den Nerv des Publikums.“

Dudelsackspieler als Höhepunkt

Und in der Tat: Wen man auch fragt, alle sind begeistert. Volker Hosang (48) findet nur Superlative: „Spitzenmäßig! Die Sängerinnen haben wunderschöne Stimmen, harmonisch, einfühlsam, sind perfekt aufeinander abgestimmt.“ Diese Meinung wird auch von musikalischen Kollegen geteilt – Thilo Hucklenbroich (53) spielt selbst in der Folk-Band „Stephen’s Green“ und weiß, wovon er redet: „Da stimmt einfach alles! Die Instrumente, die Stimmen, die Performance. Ein echtes Highlight ist der Dudelsackspieler. Und die Location ist nicht zu toppen – ich habe selbst auch schon hier im Haus Witten gespielt, das ist einfach von der Atmosphäre her etwas ganz Besonderes!“

Während viele Gäste sich schnell mit dem nächsten Getränk versorgen, kündigt Sängerin Kim Edgar auf Englisch den nächsten Song an, eine „Murder Ballad“ mit dem verheißungsvollen Titel „Blood, Iceand Ashes“. Sie legt viel Wert darauf, dass hier mal nicht die Frau das Opfer ist und singt dann hingebungsvoll von den „broken illusions“ der verzweifelten Täterin.

Das Ende des Konzertes kam viel zu schnell

Bei den schnelleren Stücken kann kaum jemand die Füße stillhalten – trotz der brühenden Hitze sind alle in Bewegung, es wird geklatscht, gepfiffen, mitgestampft. Beim Instrumentalstück „Masters of Consequence“ brilliert Rolf Waghels mit einem furiosen Solo auf der Bodhrán, der irischen Rahmentrommel.

Vor der einsetzenden Abenddämmerung gibt die Band noch einmal alles. Und auch beim Publikum macht sich keine Spur von Müdigkeit breit. Um 22 Uhr geht das Konzert zum Bedauern aller Beteiligten zu Ende. Gudrun Walter zeigt in der nachhaltig geforderten Zugabe noch einmal ihr Können auf der Fiddle und lässt die Zuhörer im Song „The Widow“ teilhaben am Schicksal einer einsamen Witwe, die den Teufel herausfordert.

Die Party ist vorbei – aber die gute Laune nehmen die Zuhörer mit in den warmen Sommerabend.