Interview mit Wittener Kijupa-Sprecher Alexander Diehl

Alexander Justin Diehl (19)
Alexander Justin Diehl (19)
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Gymnasiast Alexander Diehl (19) ist einer von zwei neuen Sprechern des Kinder- und Jugendparlaments. Ein Interview.

Seit Anfang Dezember hat das Kinder- und Jugendparlament (Kijupa) zwei neue Sprecher: Franziska Klage (16) und Alexander Justin Diehl (19), der schon vor sieben Jahren ins Kijupa eintrat. Im Interview spricht Alexander über die neuen Aufgaben und die großen Themen, die die Wittener Schüler im kommenden Jahr angehen wollen.

Wie bist du damals zum Kijupa gekommen?

Ich war etwa in der sechsten Klasse und fand es interessant, dass man schon als Jugendlicher seine Meinung einbringen kann und sie dann auch zählt.

Wofür wolltest du dich einsetzen?

Am Anfang habe ich mich vor allem auf meine eigene Schule, die Helene-Lohmann-Realschule, bezogen. Ich habe mich bei den Mitschülern umgehört und wir haben uns für neue Klettergerüste auf dem Schulhof eingesetzt. Mittlerweile habe ich größere Zusammenhänge im Blick. Integration und Inklusion sind mir wichtig.

Welche Aufgaben kommen jetzt als Sprecher auf dich zu?

Als Sprecher vom gesamten Parlament versuche ich den Überblick über alle Arbeitskreise zu haben und die Ergebnisse zusammenzufassen, schließlich möchte ich sie möglichst gut in den höheren Ausschüssen vertreten können. Zusätzlich geht es auch darum, die Arbeitskreise bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

Welche Themen bewegen euch?

Zu den wichtigsten Themen gehört auf jeden Fall weiterhin das Projekt „Schöner spielen“, bei dem wir einige zentrale große Spielflächen neu und schöner gestalten wollen. Das wird auf jeden Fall weitergehen. Außerdem diskutieren wir die Gewerbeflächenentwicklung. In letzter Zeit war auch der Jugendförderplan der Stadt sehr wichtig für uns. Kurz vor Weihnachten haben wir einen Workshop gemacht und besprochen, welche Punkte wir besonders wichtig finden und eigene Ideen gesammelt.

Welche Ideen hattet ihr?

Wir haben zum Beispiel mehrere Ideen für interkulturelle Angebote, zum Beispiel Kochkurse, bei denen Menschen mit Migrationshintergrund traditionelle Gerichte aus ihrer Heimat vorstellen können und dazu über ihre Kultur erzählen. Sowas würde bestimmt richtig Spaß machen. Oder ein interkulturelles Kino, wo Filme aus anderen Kulturen gezeigt werden, die wir sonst vielleicht gar nicht gucken würden, weil sie bei uns nicht in den großen Kinos laufen. Außerdem war uns Inklusion wichtig.

Wo fehlt es beim Thema Inklusion?

Das wird schon ganz gut umgesetzt. Die jüngeren Schüler haben aber die Erfahrung gemacht, dass die Lehrer mit der neuen Aufgabe teilweise noch überfordert sind. Ich selbst habe einige körperlich und geistig behinderte Bekannte. Wenn wir zusammen unterwegs sind, zum Beispiel auf dem Rathausplatz an der Eisbahn gechillt haben, war immer alles cool. Da hat niemand blöde Sprüche gemacht. Ich glaube, dass die Gesellschaft hier offen für Inklusion ist.

Was würdet ihr an der Wittener Schullandschaft ändern?

Wir würden uns Schulen wünschen, die zentral liegen. Viele Jugendliche wählen ihre Schulform sonst nach dem kürzesten Schulweg aus. Sowas sollte kein Faktor sein. Außerdem sollten die Gebäude neuer und schöner sein. Ich nehme mal die Hardenstein-Gesamtschule als Beispiel: Da muss man nicht lange diskutieren, das Gebäude ist einfach nicht schön. Wir finden, dass Schüler sehr unter Leistungsdruck stehen und relativ belastet sind. Das Schulgebäude sollte ein Ort sein, zu dem man gerne geht und der eine gewisse Qualität hat.

Du bist jetzt 19 und in der Oberstufe. Wie sieht die Zukunft aus?

Ich habe noch anderthalb Jahre bis zum Abi. Falls ich im Ruhrgebiet einen Studienplatz bekommen sollte, würde ich später gern als Berater im Kijupa bleiben. Ich finde es einfach gut, dass man dort überparteilich etwas bewegen kann.