Internet-Betrüger bot teure Handys und Fußballtickets an

Begehrte Fußballtickets und teure Handys bot ein 23-Jähriger im Internet an. Die Kunden zahlten fleißig. Weil sie aber nie etwas von der Ware gesehen haben, musste sich der Wittener nun vor dem Amtsgericht verantworten.

Der Staatsanwalt musste sich am Ende erst mal einen Schluck aus der „Pulle“ gönnen: Eine halbe Stunde hatte er die schier endlose Liste an Vorwürfen gegen den Angeklagten vorgelesen. 45 Betrugstaten wurden diesem zur Last gelegt, alle 45 hat er eingeräumt – und dafür zwei Jahre auf Bewährung kassiert. Möglicherweise sind die angeklagten Taten nur die Spitze eines Eisberges. Über Ebay bot der 23-Jährige zwischen Dezember 2013 und August 2014 I-Phones und andere teure Smartphones an (jedes Mal um die 500 Euro), zudem zahlreiche „Fußball-Schmankerl“ wie Tickets für die Spiele FC Bayern gegen Dortmund oder Dortmund gegen Schalke 04 (teilweise für mehrere hundert Euro).

Die gutgläubigen Opfer leckten sich die Finger, machten mit dem Wittener telefonisch oder über eine fingierte Email-Adresse Preise aus und überwiesen das Geld. Die Ernüchterung folgte schnell: Meist bekamen die Kunden nichts zu Gesicht, einmal schickte der Betrüger einen Gameboy, einmal drei Blätter Papier. Im August machte die Polizei Schluss mit den Betrügereien des 23-Jährigen und nahm ihn fest. Üppige Forderungen dürften folgen.

„Ich war extrem spielsüchtig“, sagte er vor Gericht. Als ihm die Familie den Geldhahn zudrehte, habe er nach einer Zeit der „Abstinenz“ wieder angefangen zu zocken. „Ich bin in einen Teufelskreislauf geraten.“ Finanziell dürfte der arbeitslose Wittener in den nächsten Jahren ziemlich ins Schwitzen kommen. Neben den Forderungen der Opfer dürften üppige Anwaltskosten auf ihn zukommen – insgesamt wohl mehrere zehntausend Euro.