Integra zeigt Kranken den Weg zurück in den Alltag
19.02.2010 | 18:19 Uhr 2010-02-19T18:19:00+0100
Witten. Der Verein Integra betreut in Witten 75 Menschen mit Suchtproblemen oder psychischen Erkrankungen. Um dem ständig weiter wachsenden Andrang gerecht zu werden, musste der Verein sich neue Räumlichkeiten suchen. Diese wurden jetzt im Wideyzentrum eröffnet.
Für die meisten Menschen ist der Alltag etwas ganz Normales. Aufstehen, arbeiten, putzen, kochen, waschen - die täglichen Dinge im Griff zu haben, ist für sie kein Problem. Umso erdrückender ist die Situation für Menschen, die durch Sucht oder eine psychische Krankheit aus der Bahn geworfen wurden.
„Mit Freunden konnte ich nicht mehr sprechen, die kannten mich ja gar nicht so”, sagt Franz. Nachdem der 47-Jährige seinen Job verloren hatte, scheute immer mehr die Öffentlichkeit. „Ich habe mich nur noch versteckt, bin gar nicht mehr raus gegangen.” Franz leidet unter „generalisierter Angststörung”. Die Einsamkeit verstärkte seine Ängste immer mehr, bis ihn sein Arbeitsvermittler zu Integra schickte. „Eine Mitarbeiterin kam vorbei und das Eis war sofort gebrochen”, beschreibt Franz den ersten Kontakt. Seitdem hat sich bei ihm schon viel verändert. „Ich gehe wieder mehr raus und kann jetzt auch mit Freunden offen über alles sprechen.”
Neue Räume im Wideyzentrum
Integra betreut Menschen mit Suchtproblemen oder psychischen Erkrankungen - in Witten inzwischen 75. Um dem ständig weiter wachsenden Andrang gerecht zu werden, eröffnete der Verein nun seine neuen Räumlichkeiten im Wideyzentrum (Breite Straße 74). Neben professioneller Beratung können so auch Gruppenangebote und PC-Arbeitsplätze gestellt werden. „Auch das gehört zur Integration ins Leben, vieles spielt sich im Internet ab”, sagt Dirk Drögekamp, Geschäftsführer von Integra.
In den Alltag zurück zu finden, ist ein wichtiges Ziel, dazu gehört auch der Erhalt der eigenen vier Wände. „Die Angst, die Wohnung aufgeben zu müssen, hält Menschen oft davon ab, Hilfe zu suchen”, so Drögekamp. Der Diplom-Pädagoge weiß, dass es nicht damit getan ist, über die Krankheit oder Sucht zu sprechen. Hilfe bei Behördengängen, Erziehungshilfe und Unterstützung bei Bewerbungen gehört genauso dazu. „Manchmal ist es schon ein Erfolg, wenn der Status Quo gehalten werden und ein Mensch dennoch an der Gesellschaft teilnehmen kann.”
Peter gehört zu diesen Menschen. „Ich bin halbwegs trocken, ganz schaffe ich es nicht”, sagt der 60-Jährige. „Aber mein Betreuer schubst mich, damit ich selbst aktiv werde.”
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einfach ausgedrückt eine klasse einrichtung viel erfolg