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In Witten wird es eng mit Kita-Plätzen

17.02.2016 | 18:03 Uhr
In Witten wird es eng mit Kita-Plätzen
Freuen sich über ihren Platz im Awo Familienzentrum Annen: Tom (links) und Tim im Turnraum.Foto: Jürgen Theobald

Witten.   Weil 2015 die Zahl der Geburten höher war als sonst und viele Flüchtlinge hier ankamen, leben 300 Kinder mehr in der Stadt als erwartet.

Das Leben spielt manchmal anders als von der Stadt erwartet und dementsprechend geplant: So hat sich die Zahl der Kinder unter sechs Jahren – und damit der Bedarf an Kita-Plätzen – deutlich erhöht. Das zeigt eine Auswertung der Einwohnermeldedatei zum 31. Dezember 2015. Da die aktuellen Zahlen noch nicht in die Prognosen eingeflossen sind, könne die Planung von Betreuungsplätzen für die nächsten Jahre nicht verlässlich eingeschätzt werden. „Die Versorgungsquote rutscht also ein Stück ab“, so Jugendamtsleiterin Jutta Schmidt.

Die Entwicklung habe keiner vorausgesehen. Zwei Gründe gibt es für die unerwartete Steigerung: Im vergangenen Jahr wurden über 800 Kinder geboren, sonst sind durchschnittlich 730 Geburten zu verzeichnen. Außerdem war nicht zu erwarten, sagt Schmidt, dass so viele Flüchtlinge nach Witten kommen, darunter waren im Januar 200 Kinder bis sechs Jahre – „das sind zwei komplette Kitas“. Zurzeit leben also über 300 Kinder mehr in der Stadt (insgesamt 4767) als bei der Planung angenommen (4455). „Davon stehen immer noch über 100 Kinder auf der Warteliste“, sagt Jutta Schmidt.

Stadtteil Mitte unterversorgt

Erheblich unterversorgt ist weiterhin der Stadtteil Mitte. Hier liegt die Versorgungsquote mit Ü3-Plätzen bei 81,7 Prozent, mit U3-Plätzen bei 24,6 Prozent. Aufgefangen werden könne das voraussichtlich durch die bereits beschlossene Errichtung der Kitas Marien- und Dortmunder Straße sowie mit dem neuen Standort an der Crengel-danzstraße 76. Dort will die Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte eine Villa bis zum Sommer in eine drei- bis dreieinhalbgruppige Einrichtung umbauen, mit bis zu 17 U3- und circa 50 Ü3-Plätzen.

Zum Kindergartenjahr 2016/17 würden insgesamt 3053 Kitaplätze zur Verfügung stehen. Somit müsste die Stadt bis zum 15. März eine entsprechende Kindpauschale beim Landesjugendamt beantragen. Dann endet die Frist, bis zu der die Zahl der zu betreuenden Kinder im kommenden Kindergartenjahr und der Betreuungsumfang als verbindliche Grundlage der Betriebskostenförderung gemeldet werden muss. Der Jugendhilfeausschuss wird darüber am Montag beschließen.

Eltern in großer Sorge

„Die Situation ist noch nicht zufriedenstellend“, erklärt die Jugendamtsleiterin. Es sei nach wie vor nicht selbstverständlich, dass ein Kind einen Kita-Platz erhalte. Sie weiß: „Eltern kleiner Kinder sind deshalb immer noch in großer Sorge.“ Die Einrichtungen selbst müssten Prioritäten setzen – „eine schwierige Aufgabe“, die von Kita zu Kita anders gehandhabt werde. Da werde etwa nach Konfession, Geschwisterkindern oder Wohnortnähe entschieden. Doch im Laufe des Jahres ergebe sich oft ein kleiner Handlungsspielraum. Und nicht zuletzt bestehe ein Kontingent von 60 Notplätzen.

Annette Kreikenbohm

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2016-02-17 18:03
Witten