In Stockum trifft Sport auf Theater

Die Probe für "Sport trifft Theater" in der Sporthalle an der Pferdebachstraße.
Die Probe für "Sport trifft Theater" in der Sporthalle an der Pferdebachstraße.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
200 Akteure wirken beim Stück „Der Schwan“ mit, das die Turner vom TuS Stockum und derTheaterverein am Wochenende auf die Sporthallen-Bühne bringen.

Witten..  Bevor es an diesem Wochenende losgeht, fließt noch massig Schweiß. Die jungen Turner des TuS Stockum legen einen Flickflack nach dem nächsten auf die Matten, nehmen Anlauf, springen, schlagen sich zum Schein mit ihren Fäusten. Zum Rhythmus lauter Musik proben sie einen vorgegebenen Bewegungsablauf. Wenn alles sitzt, soll die Szene aussehen wie ein großer Kampf und sie wird Teil einer riesigen Show. Das Motto: „Sport trifft Theater“.

Bereits zum sechsten Mal ziehen rund 14 Sportgruppen des TuS-Stockum und die 17-köpfige Gruppe des Stockumer Theatervereins in diesem Jahr wieder an einem Strang. Gemeinsam decken die insgesamt rund 200 Akteure eine riesige Bandbreite ab: vom Charakterdarsteller bis hin zum Akrobaten. Hier verbindet sich seit einigen Jahren, was zusammengehört, um eine große Bühnenshow zu gestalten – das hat „Sport trifft Theater“ in den letzten Jahren stets bewiesen.

Der Aufwand, den die Ehrenamtlichen leisten, ist enorm. Bereits seit letztem Sommer sind die Vorbereitungen in Gang. „Der Schwan“ heißt das aktuelle Stück, das in seinen Grundzügen auf einem Disneyfilm beruht. Vieles musste selbst umgeschrieben werden, damit möglichst alle interessierten Sportler und Theaterspieler mitwirken können. „Ein Stück, das für alle passt, ist nicht von der Stange zu kriegen“, weiß Tobias Grunwald vom Stockumer Theaterverein.

Sobald das Stück steht, dürfen sich die einzelnen Sportgruppen in Abstimmung mit der Regie selbst einbringen. Jeder soll sein Können im Rampenlicht zeigen: von den jungen Jazztanzmädchen, die als Sternschnuppen über die Bühne fliegen, bis zu den Damen der Tai-Chi-Gruppe, die die „weiße Magie“ im Märchen darstellen werden. Fast alle müssen dabei über den Tellerrand ihres Bereiches hinausblicken. Etwa 80 Prozent der Choreographien werden speziell für das Stück einstudiert, weiß Monika Middelmann, zweite Vorsitzende des TuS Stockum. Die 50-Jährige gehört zum mehrköpfigen Organisationsteam, das die Fäden in der Hand hält.

Koordination und Muskelkraft ist erforderlich – nicht nur für Sport und Theater, sondern auch für den Auf- und Abbau. Drei Tage dauert es, die über die Jahre immer professioneller gewordene Bühnentechnik und selbst erstellte Kulisse in der Stockumer Sporthalle aufzubauen. Um möglichst viele Zuschauer unterzubringen, wird die Halle zudem stets mit Teppichboden ausgelegt und bestuhlt.

Hebefiguren mit neun Personen

In den Vorjahren traten die Akteure fast immer vor ausverkauftem Haus auf. Kein Wunder, dass auch Paula Sieweke beim Gedanken an ihren Auftritt etwas nervös wird. Die 13-Jährige übernimmt die Hauptrolle. Als Prinzessin Annabelle wird sie kurz vor der Hochzeit durch einen bösen Zauber in einen Schwan verwandelt. „Bei ‚Sport trifft Theater’ ist es meine erste Hauptrolle“, sagt die Schülerin. Nach fünf Jahren im Stockumer Theaterverein weiß sie aber, was es heißt, Texte zu lernen und sich auf eine Rolle vorzubereiten. Diesmal kommt aber auch eine ungewöhnliches Kostüm hinzu: „Ich bekomme einen ganz großen gebastelten Schwan, in den ich hineinkrieche“, verrät sie.

Am Ende, soviel darf vorweggenommen werden, geht dann aber alles gut aus. Schließlich ist es ja ein Stück für die ganze Familie. Das große Finale sollte man bloß nicht versäumen. Für dieses Highlight hat Choreograph Daniel Anders (23) alle Register gezogen. Hebefiguren mit bis zu neun Personen soll es geben. „Das Tanztempo im ganzen Stück haben wir auch aufgestockt“, erzählt er. Als Akteur ist er selbst schon seit der ersten Ausgabe mit dabei. Als Mitorganisator weiß er: „Wir versuchen, uns das Ziel zu setzen, dass immer etwas Neues dabei ist.“ Noch wird in Stockum geprobt. Aber am Samstag heißt es erstmals: Showtime!