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Ruhr-Gymnasium

In der Schulpause gab es ein schnelles Pils

24.02.2016 | 18:50 Uhr
In der Schulpause gab es ein schnelles Pils
Die Oberprima des Ruhr Gymnasiums Witten von 1966. Auf dem Tag genau vor 50 Jahren absolvierten die ehemaligen Schüler ihre mündlichen Abitur-Prüfungen. Nun trafen sich die Ehemaligen an ihrer Schule wieder. (Mittwoch, 24.02.2016).Foto: Thomas Nitsche

Witten.   Auf den Tag genau 50 Jahre nach ihrer mündlichen Abi-Prüfung besuchen Ehemalige das Ruhr-Gymnasium – und erinnern sich.

„Am 24. Februar ab 8.05 Uhr habe ich gezittert“, gesteht einer der weißhaarigen Herren. Da fanden ihre mündlichen Prüfungen im Ruhr-Gymnasium statt. 50 Jahre später kehren 17 der 25 Abiturienten zurück in ihre Lehranstalt.

Ausgelagert ins Gemeindehaus

Manche Erinnerungen kann man heute kaum glauben: In den 1960er Jahren litt das Ruhr-Gymnasium (damals: Städtisches Jungengymnasium) unter Raumnot – es rückten geburtenstarke Jahrgänge nach. Darum wurden die Oberstufen ausgelagert – in ein Gemeindehaus an der Augustastraße. In dessen Gemeindesaal hatte man zwei Klassenräume eingerichtet, was Schülern und Lehrern sehr gefiel. Die Pausen verbrachten die jungen Herren in dem weitläufigen Garten des Gemeindehauses. „Rauchen, Eis essen, alles war möglich“, gesteht Ernst Köther, einst Schüler, dann Rechtsanwalt. Da es keine Klingel gab, ließen sich die Pausen flexibel gestalten – die Lehrer hatten Mühe, alle wieder in die Klasse zu bekommen.

Auch an die Klassenräume im älteren Gebäudeteil des Gymnasiums können sich die Ehemaligen erinnern. „Hier fand meine Aufnahmeprüfung statt“, berichtet Wolfgang Nester, mittlerweile Professor für Bildhauerei. Drei Tage lang mussten die Viertklässler Klausuren schreiben. Die besten 40 erhielten die Zulassung fürs Gymnasium.

Jeder Zweite blieb irgendwann sitzen

Warum machten dann nur so wenige Abitur? „Weil ausgesiebt wurde“, erinnert sich Nester. „Jeder Zweite blieb irgendwann sitzen oder gab auf.“ Nur etwa 50 Schüler machten pro Jahr in Witten ihr Abitur – gerechnet für Jungen-Gymnasium und Mädchen-Lyzeum (das heutige Schiller).

1966 trugen Schüler offenbar auch keine Vornamen, sie hießen schlichtweg Blaschke, Becker, Hillebrand, usw.. Der Lehrer ließ sich „Doktor Meier“ rufen. „Guten Tag liebe Sechstalerlein“ habe jener Dr. Meier die Sexta (heute: Fünftklässler) stets begrüßt. Kerstin Peters, aktuell stellvertretende Schulleiterin am Ruhr-Gymnasium, ist freundlicher zu ihren Schülern. Den Rentnern, zwischen 68 und 71 Jahre alt, zeigt sie die Räume mit Beamer oder Whiteboard statt Tafel – so geht Fachunterricht heute.

Ein schnelles Bier für die große Pause

Vor über 50 Jahren musste die Oberprima für den Physik- oder Chemieunterricht zum Hauptgebäude hinübergehen. „Auf dem Weg lag zufällig unsere Stammkneipe“, erinnert sich Horst Spittler. „Pötter“ hieß die, nach der Wirtin, offiziell „Zum goldenen Treppchen“. Für ein schnelles Bier reichte die große Pause allemal.

Horst Spittler berichtet: „In dieser Kneipe versammelten wir uns auch, als vor genau 50 Jahren alle die mündlichen Abiturprüfungen bestanden hatten. Als wir eintraten, standen auf der ganzen Länge des Tresens frisch gezapfte Biere, die Gläser dicht an dicht. Der Tresen war relativ lang, wir Abiturienten relativ wenig. Es war ein eindrucksvolles Defilee!“

Susanne Schild

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2016-02-24 18:50
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