Im Gelben Sack wird viel falscher Müll entsorgt

Gelbe Säcke werden auch zur Entsorgung von Hausmüll und Firmen-Abfall missbraucht, heißt es beim Entsorgungsunternehmen  Remondis in Bochum.
Gelbe Säcke werden auch zur Entsorgung von Hausmüll und Firmen-Abfall missbraucht, heißt es beim Entsorgungsunternehmen Remondis in Bochum.
Foto: Klaus Görzel
Was wir bereits wissen
  • Nicht alles, was im Gelben Sack landet, wird auch wiederverwertet, so das Bundesumweltministerium
  • Dies gilt auch für Gelben-Sack-Abfall aus dem EN-Kreis, in dem häufig auch Hausmüll landet
  • Recycling-Quote wird auch durch Verbundkunststoffe gedrückt, heißt es beim Sortierer Remondis

Witten.. Bei Menschen, die gewissenhaft ihren Müll trennen, sorgte die Nachricht für ein Stirnrunzeln. Je nach Temperament vielleicht auch für Wut: 44 Prozent der Dinge, die deutschlandweit 2014 im Gelben Sack oder der Gelben Tonne landeten, wurden laut Bundesumweltministerium nicht recycelt, sondern wanderten in die Müllverbrennung. Darunter auch Gelber-Sack-Abfall aus Witten.

Jährlich werden im Ennepe-Ruhr-Kreis rund 10.700 Tonnen Abfall in Gelben Säcken gesammelt. „Die Zahl ist seit Jahren konstant hoch“, sagt Elisabeth Henne, Abfallwirtschafts-Expertin des Kreises. Henne betont, dass in Gelbe Säcke alle Verpackungsmaterialien gehörten, „die nicht Glas und nicht Papier sind. Also nicht nur Kunststoff!“

Normaler Hausmüll im Gelben Sack

Dass sich dies immer noch nicht bei allen Menschen herumgesprochen hat, weiß sie, aber auch das Entsorgungsunternehmen Remondis. In dessen Bochumer Anlage werden auch Inhalte von Gelben Säcken aus dem EN-Kreis sortiert. „Und darin finden wir viel normalen Hausmüll, der dort nicht hineingehört“, sagt Niederlassungsleiter Jens Trottenberg.

Was die Recycling-Quote ebenfalls drücke, sei, „dass Kunststoff-Verpackungen heute meist nicht nur aus einem Kunststoff bestehen, sondern aus mehreren“. Es handele sich um sogenannte Verbundkunststoffe. Trottenberg: „Bundesweit gibt es nur wenige Anlagen, die diese werkstofflich verarbeiten können.“ So werde hieraus auch Brennstoff für die Industrie hergestellt. „Auch Dinge, die nicht in den Gelben Sack gehören, werden verbrannt.“ Manchmal liege der Anteil sogenannter Fehlwürfe bei 30 bis 40 Prozent, „manchmal sogar bei 50.“ Auch kleinere Betriebe nutzten Gelbe Säcke, um anderen Abfall loszuwerden.

Der Kreis ist nicht für die Gelben Säcke zuständig

Der Kreis ist nicht für die Gelben Säcke zuständig. Diese werden EN-weit vom Wetteraner Entsorgungsunternehmen AHE gesammelt – im Auftrag der Kölner Unternehmensgruppe DSD („Grüner Punkt“). Die AHE fährt das Sammelgut zu Sortieranlagen. Geschäftsführer Jürgen Ephan: „Nach Bochum zu Remondis und nach Herten. Diese Sortieranlage gehört dem Unternehmen AGR.“

Welche Inhalte der Säcke recycelt werden, bestimme nicht Remondis, betont Jens Trottenberg. „Wir melden, was wir getrennt haben online an DSD. Sie beauftragen dann jemanden, der die Stoffe zu anderen Anlagen bringt.“