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Bundesweite Nierenwoche

Im Café die Gesundheit checken

15.03.2011 | 17:39 Uhr
Im Café die Gesundheit checken
Um die Niere ging es beim Nephro-Café im Treff an der Werkstadt. Nephrologin Dr. Beate Höhmann-Riese informierte die Besucher. Foto: Thomas Schild / WAZ FotoPool

Witten.Wo sich sonst gern Jugendliche aufhalten, waren die Tische am Dienstagnachmittag für die etwas ältere Generation reserviert. Das Café Treff an der Werkstadt hatte sich für zwei Stunden in ein Nephro-Café verwandelt: Hier ging es um alle Fragen zum Thema Niere.

Die internistische Gemeinschaftspraxis an der Ardeystraße hatte eingeladen. Anlass war die bundesweite Nierenwoche, die diesmal unter dem Motto stand „Nierenschutz ist Herzenssache“.

Schon die aufblasbare Litfaßsäule vorm Café verdeutlicht, wie wichtig das Organ ist: Dass Nieren 1800 Liter Blut pro Tag filtern, steht darauf. Wie viel das ist, zeigt die fast vollständig rote Säule, die an einen gefüllten Messbecher erinnert, eindrucksvoll.

Die Stühle innen drin sind gut besetzt. Rund 30 Interessierte sind gekommen, um sich zwischen Kaffee, Kuchen und Mineralwasser zu informieren. Vorn steht Dr. med. Beate Höhmann-Riese, begrüßt die Gäste und kommt schnell zum Thema.

„Viele wissen gar nicht, dass sie nierenkrank sind, denn das tut nicht weh und es gibt kein Alarmsignal. Alle Organe melden sich, nur die Niere nicht“, erklärt die Nephrologin. Eine Ausnahme bilde die Nierenbeckenentzündung, denn die verursache Schmerzen. „Dann haben Sie sozusagen Glück.“ Das Fatale außerdem: „Die Niere macht tausend Sachen mehr als nur Urin“, so die Expertin. Vor allem Herz und Niere beeinflussen sich gegenseitig.

Einen kleinen gelben Zettel haben die Besucher vor sich liegen. Aufgelistet sind 14 Punkte vom Bluthochdruck übers Rauchen und hohe Blutfettwerte bis zur Schmerzmitteleinnahme. Wer bei vielen dieser Risikofaktoren ein „ja“ angekreuzt hat, sollte den kleinen Gesundheitscheck nutzen und schleunigst seinen Hausarzt aufsuchen.

Viele stellen in der großen Runde ganz persönliche Fragen oder schildern ihr Schicksal. Monika Niggemann etwa hat eine Beckenniere („die können Sie fühlen“) und einen angeborenen Herzfehler. „Mit meiner Niere war ich immer nur beim Urologen, nie beim Nephrologen“, sagt die 58-Jährige. Ihr Mann erkrankte vor zweieinhalb Jahren an Nierenkrebs. Ein 78-jähriger Wittener muss seit Anfang Januar zur Dialyse. Drei Mal pro Woche für viereinhalb Stunden. „Das bekommt mir gut.“ Eigentlich habe er sich auch vorher nicht richtig krank gefühlt. Schlechte Blutwerte waren der Auslöser für eine Untersuchung, bei der sich herausstellte: Durch seine lange Zuckerkrankheit war die Niere geschädigt worden.

Ein Besucher hat eine Schrumpfniere, die bei einem Routine-Check per Ultraschall entdeckt wurde. Ein anderer hat Zysten an der Niere – kleine Wasserbläschen, die in der Regel nicht gefährlich sind, wie die Ärztin erklärt. Für den Schutz der Niere, appelliert sie schließlich, könne jeder etwas tun, vor allem durch einen gesunden Lebensstil.

Annette Kreikenbohm

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