„Ich würde hier keinen Club mehr eröffnen“

Die Idee, am Kemnader See einen Golfplatz zu errichten, habe es schon Ende der 90er Jahre gegeben, erzählt Hans Wilms, Chef des Golfclubs am See. Darüber hatte er mit Klaus-Dieter Beier, dem früheren Geschäftsführer der Freizeitzentrum Kemnade (FZK) GmbH gesprochen. Von der FZK hat Wilms sein Golfgelände in Herbede schließlich gepachtet und eröffnete 2003 „In der Lake“ seine „Abschlagwiese“, die Driving Range. Dass er es als Unternehmer an diesem Standort nicht leicht haben würde, hat er damals nicht geahnt.

Wilms, Clubinhaber, -betreiber und Sportwart, ist ehrlich: „Heute, rückblickend, würde ich hier keinen Golfclub mehr eröffnen.“ Bei seinem Start habe er auf dem Gelände eine wilde Kippe vorgefunden, mit Müll-, Farb- und Teppichresten. Dort, wo jetzt der Rohbau des neuen Clubhauses steht, war ein altes, rund 80 Quadratmeter kleines Haus „mit ganz viel Schimmel“, das er schließlich abreißen ließ. Das Bewilligungsverfahren für den Bau des neuen Hauses gestaltete sich zäh.

Zusammenarbeit mit der Ruhr-Uni

Nicht zuletzt sei sein Platz in den vergangenen Jahren immer wieder Ziel von Einbrechern und Vandalen gewesen, auch gesprühte Neonazi-Parolen seien schon hinterlassen worden. „Mir wurden auch einmal alle Maschinen geklaut.“ Nur ein einziges Mal seien zwei Täter von der Polizei gefasst worden. „Auf dem durch sie verursachten Schaden in Höhe von 14 000 Euro bin ich sitzengeblieben. So etwas macht wirklich keinen Spaß. Das ist hier schon schwierig.“

Ein Dorn im Auge ist Hans Wilms auch der Zustand der Seestraße in Heven, über die sein Golfgelände auch angefahren wird. „Die dient manchen Leuten als wilde Müllkippe. Da liegen auch Autoreifen, jede Menge Glasflaschen herum, ganz frisch wurde da gerade ein Motorrad entsorgt.“ Das sehe „echt schlimm“ aus. Nicht zuletzt kämpft der Mann gegen viele Ratten und Herkulesstauden auf seinem Gelände.

Von der Stadt und der Freizeitzentrum Kemnade GmbH fühlt er sich in keinster Weise unterstützt. „Obwohl ich mit der Anlage etwas für Witten tue und auch für die Attraktivität des Kemnader Sees.“

Der Mann betont, dass sein Golfplatz heute in einem „Superzustand“ sei. Man kooperiere mit der Bochumer Uni, Studenten absolvieren bei ihm Kurse. „So etwas macht Freude.“ Freude machen dem 55-Jährigen auch Bienenvölker, die ihm Wissenschaftler der Universität zu Forschungszwecken aufs Gelände stellten. „Und neue Freundschaften“, wie Hans Wilms betont – die sich auf seinem Golfplatz am See anbahnten.