HWG will Wittener Wohnungen verkaufen
20.06.2007 | 08:36 Uhr 2007-06-20T08:36:58+0200Bei der Hattinger Wohnstättengenossenschaft wird weiter aufgeräumt: Nach umfangreichen Entlassungen ist der Immobilienbestand an der Reihe. Unternehmen will sich von 272 in der Ruhrstadt trennen
Die Hattinger Wohnstättengenossenschaft (HWG) will sich von allen 553 Wohnungen trennen, die nicht auf Hattinger Stadtgebiet stehen, auch von denen in Witten. Diese Pläne stellte die Geschäftsführung jetzt in der Vertreterversammlung vor.
Vorgesehen sei, 272 Wohnungen in Witten, 192 in Sprockhövel, 64 in Velbert, 18 in Bochum und sieben in Hagen "en bloc" an ein anderes Wohnungsunternehmen zu verkaufen. "Wir wollen uns wieder auf das H in unserem Namen besinnen", erklärte HWG-Vorstand Erika Müller-Finkenstein diesen "für eine Genossenschaft sicher nicht alltäglichen Schritt". Mit dem zu erwartenden zweistelligen Millionenerlös solle die dringend erforderliche Sanierung des Hattinger Wohnraumbestandes "angeschoben" werden. Allein für die Modernisierung der Südstadt benötige man 70 bis 80 Mio Euro.
In der Vertreterversammlung habe es breite Zustimmung zu den Verkaufsplänen gegeben. Und auch der Verband der Wohnungswirtschaft Rheinland/Westfalen habe nach seiner jährlichen Prüfung der HWG die Veräußerung eines Teilbestandes der Wohnungen dringend empfohlen.
Abgerückt sei man aber von Überlegungen, auch die nicht sanierten Wohnhäuser Im Westenfeld (im Hattinger Stadtteil Winz-Baak) in den "En-Bloc-Verkauf" einzubeziehen. Da in der Vergangenheit immer wieder auch von Mietern Kaufinteresse bekundet worden sei, wolle man die nicht sanierten Häuser im Westenfeld, etwa 40 mit 125 Wohneinheiten, "sozialverträglich" an Privatkunden verkaufen, so die HWG-Chefin.
Für Privatverkäufe und En-Bloc-Geschäfte aber gelte, dass es dadurch für Mieter nicht zu spürbaren Veränderungen kommen werde. "Wir schauen uns die Kaufinteressenten genau an", erklärte Erika Müller-Finkenstein. Zwar seien Mieter bereits durch Paragraf 556 des Bürgerlichen Gesetzbuches geschützt, nach dem Kauf Miete nicht breche. "Wir werden aber weitergehende Regelungen zum Mieterschutz festlegen", kündigte die HWG-Chefin an.
Zu der für den Verkauf geplanten "Sozial-Carta" gehörten u.a. folgende Maßnahmen: eine Begrenzung etwaiger Mieterhöhungen, ein Verzicht auf Luxussanierungen, ein Ausschluss von Eigenbedarfskündigungen, ein lebenslanges Wohnrecht für ältere Mieter und ein Bestandsschutz für Mietereinbauten."Wir schauen uns die Kaufinteressenten genau an"
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