Howard Carpendale begeistert 1500 Fans
26.08.2010 | 15:55 Uhr 2010-08-26T15:55:00+0200
Witten/Bochum.Beim Zeltfestival Ruhr hat Howard Carpendale am Mittwochabend 1500 Fans durch Schmuse-Songs, aber auch musikalische Vielseitigkeit begeistert.
„Es geht um mehr“ heißt ein Lied von Howard Carpendale. Doch um dieses „mehr“ drehen sich viele seiner Songs: Bei „Howie“ sind die Gefühle größer, sitzt der Abschiedsschmerz tiefer. Für die Inbrunst, mit der er das besingt, lieben ihn seine Fans. Rund 1500 begeisterte Carpendale am Mittwochabend auch bei seinem Auftritt beim Zeltfestival Ruhr.
„Howie“ hat im Laufe seiner langen Karriere so viele Hits gelandet, dass er mehr als einen Abend damit verbringen könnte, sie hintereinander weg runterzusingen. Tut er aber nicht. Denn Carpendale ist eben ein – im positiven Sinne: routinierter – Entertainer, der weiß, wie wichtig der Kontakt zum Publikum ist, um allen Beteiligten einen angenehmen Abend zu bereiten.
Witze zur Auflockerung
Locker streut er mal einen Beziehungswitz ein, erzählt über seine Zeit in Amerika, über seine Musikidole oder dass er seinem Freund Heiner Lauterbach nach der Rückkehr in München beim Golfen berichten wolle, was für ein tolles Publikum er in Bochum hatte. Nur, dass seine anfangs häufige Betonung, hier beim Zeltfestival in Bochum zu sein, von einigen Gästen mit dem trotzig ergänzenden Zuruf „Witten“ quittiert wird, schien ihn zu irritieren. Aber da haben ja auch viele andere Zeltfestivalkünstler Informations-Nachholbedarf.
Bestens informiert zeigte sich dagegen das Publikum, was „Howies“ unzählige Hits anging. Ob „Deine Spuren im Sand“, „Du fängst den Wind (niemals ein)“ oder „Alice“ – immer wieder wurde textsicher tausendstimmig mitgesungen. Kein Wunder also, dass es das Publikum an diesem Abend nur selten auf den Stühlen hielt. Dass es geradezu lustvoll „dann geh doch!“ schmetterte, war natürlich nicht gegen „Howie“ gemünzt, sondern gehörte zum stimmungssteigernden Wechselgesang zwischen ihm und den Fans.
Stimmlich wendungsreich
Nur in die Pause ging der Entertainer zwischenzeitlich, um dann mit „Hello again“ umso kraftvoller zurückzukehren. Musikalisch gut eingebettet war Carpendale von seiner differenziert aufspielenden Band und den – was eher selten ist und gerade bei Frauenschwarm „Howie“ überrascht – männlichen Background-Sängern. Insbesondere Bassist Frank Itt, mit dem Carpendale schon seit über 20 Jahren zusammenspielt, sorgte für einen treibenden Sound bei Nummern, deren Emotionalität schnell in Kitsch abrutschen könnte. Wie stimmlich wendungsreich Carpendale zwischen anrührend-verzweifelt und fordernd zu intonieren versteht, bewies er besonders eindrucksvoll bei „Nachts, wenn alles schläft (solltest du bei mir sein)“.
Und dass er sich nicht auf den Schmusebarden festlegen lässt, unterstrich er u.a. mit einer kleinen Elvis-Imitation, seiner Coverversion des Maffay- und ursprünglich „Karat“-Hits „Über sieben Brücken“ oder dem politisch grundierten, Obama würdigenden Lied „Yes, we can“.
Wie gut „Howie“ ein Programm aufzubauen versteht, zeigte sich nicht zuletzt daran, dass er zwei seiner größten Erfolge für die Zugabe aufhob: Eben jenes „Nachts, wenn alles schläft“ und „Ti amo“.
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