Horst Janson spielt im Wittener Saalbau den Fischer Santiago

Erhielt deutschlandweit viel Lob für seine Rolle als Fischer Santiago: Horst Janson. Eine vierköpfige Band auf der Bühne des Wittener Saalbaus sorgt für karibisches Flair.
Erhielt deutschlandweit viel Lob für seine Rolle als Fischer Santiago: Horst Janson. Eine vierköpfige Band auf der Bühne des Wittener Saalbaus sorgt für karibisches Flair.
Foto: Die Tonabnehmer
Was wir bereits wissen
Schauspieler Horst Janson steht zwei Abende auf der Saalbau-Bühne. Der 79-Jährige spielt den Fischer Santiago in „Der alte Mann und das Meer“.

Witten..  In diesem Jahr wird er 80. Kaum zu glauben. Denn wenn man an Horst Janson denkt, sieht man ihn immer noch in der Rolle des ewigen Studenten Bastian, der 1973 in der gleichnamigen ZDF-Serie blond, langhaarig und charmant das Herz einer Ärztin (Karin Anselm) eroberte. Derzeit ist Janson mit einer Theaterrolle auf Tour, die ihm auch wie auf den Leib geschrieben ist. Der Wahl-Münchner spielt den Fischer Santiago in „Der alte Mann und das Meer“ nach einer Novelle von Ernest Hemingway. Horst Janson kämpft am Dienstag- und Mittwochabend, 24. und 25. Februar, im Saalbau einen harten Kampf gegen die Natur – den er verliert.

84 Tage ist der alte Fischer Santiago auf dem Meer. Am 85. Tag beißt ein riesiger Schwertfisch an. Als Santiago im Hafen ankommt, ist sein Fisch von Haien gefressen worden. Hemingways Novelle wurde von Regisseur Jens Hasselmann und Ihrer Schauspiel-Kollegin Marie-Luise Gunst für die Bühne bearbeitet.

Ja! Das Stück beschäftigt mich seit 2010. Da hatten wir auf Rügen damit Premiere, in einem Freilichttheater mit 200 Plätzen unterhalb des Leuchtturms von Kap Arkona. Marie-Luise Gunst stammt aus Thüringen, spielt im Stück die Barfrau. Sie ist eine sehr gute Sängerin und Schauspielerin. Peter Menden, Berliner, verkörpert den Jungen Mandolin, der bei Santiago das Fischen gelernt hat. Begleitet werden wir von einer Band, bei der Regisseur Jens Hasselmann die Gitarre spielt.

Was reizt Sie an dieser Rolle?
Die ist toll. Santiago kämpft gegen die Naturgewalten. Der Fischer weiß, dass er alt und nicht mehr so stark wie früher ist. Er ist trotzdem noch stark genug, um seiner Berufung nachzugehen. Einer der zentralen Sätze des Stückes lautet: ,Ein Mann kann vernichtet werden, aber darf nicht aufgeben.’ Meint: Man kann erfolglos sein, aber darf nicht aufgeben. Durch den Jungen Mandolin wird Santiago daran erinnert, dass es noch Aufgaben für ihn im Leben gibt.

Was sagt uns das Stück heute?

Man kann aus ihm lernen, im Alter nicht zu resignieren, nicht nur vor dem Fernseher zu sitzen, sondern aktiv zu bleiben. Ich bin 79, natürlich beschäftigt mich das Alter auch. (lacht) Mein Rücken tut mir auch privat weh.

Wie halten Sie sich fit?

Ich schwimme, fahre Rad, spiele Tennis. Und ich lerne Texte, das ist gut für den Kopf. Dafür ist ,Der alte Mann und das Meer’ ein gutes Stück, die ganzen Selbstgespräche, die der Fischer Santiago führt.

Haben Sie weitere berufliche Pläne in diesem Jahr?

Ich bin ab Mai bis Anfang August bei den Kreuzgangspielen in Feuchtwangen. Ich spiele dort die Hauptrolle in Molières eingebildetem Kranken. Die TV-Geschichten kommen heute oft kurzfristig. Das kann man dann häufig nicht wahrnehmen, weil man andere Verpflichtungen hat.

Die Rolle des Bastian in der gleichnamigen ZDF-Serie hat Sie 1973 deutschlandweit bekannt gemacht. Wie sehen Sie diese Rolle heute?

Das waren sehr, sehr hübsche Geschichten. Es gab mit der Barbara Noack eine sehr gute Autorin. Die kann einfach gut Dialoge schreiben. Ich verdanke dieser Rolle einen Großteil meiner Popularität.


Privatleben: Sie haben zwei Töchter, Laura und Sarah.

Ja! Laura ist 27 und hat mal ein halbes Jahr mit der Schauspielerei angefangen. Sie war jahrelang krank, magersüchtig und hat viele Therapien durchgemacht. Das hat sie beruflich sehr zurückgeworfen. Von ihrem Aussehen und ihrer Begabung her wäre sie für den Beruf prädestiniert gewesen. Laura ist heute gesund und vergnügt. Und das ist das Wichtigste. Sie macht ab Herbst eine Ausbildung als Tanztherapeutin. Derzeit macht sie bei einem kleinen Cafe in München mit. Meine ältere Tochter Sarah (29) ist Schauspielerin.

Sie werden im Oktober 80. Wollen Sie die Schauspielerei irgendwann aufgeben?

Ich möchte so lange arbeiten, wie es gesundheitlich geht. Schauspieler, die sagen, ich gehe in Rente, haben ihren Beruf verfehlt.

Für beide Vorstellungen im Wittener Saalbau am Dienstag und Mittwoch, 24. und 25. Februar, Beginn 20 Uhr, gibt es noch Karten bei der Wittener Volksbühne: Tel. 02302/ 23 516. Preise: 17,50 Euro bis 22,50 Euro.