Holzbaracke für Flüchtlinge in Witten wurde angesteckt

Das Holzgebäude auf dem Annener Berg ging in der Nacht zum Montag (25.1.) in Flammen auf.
Das Holzgebäude auf dem Annener Berg ging in der Nacht zum Montag (25.1.) in Flammen auf.
Foto: Funke Foto Services
Die Polizei geht nach dem Feuer in der noch leer stehenden Flüchtlingsunterkunft am Annener Berg von Brandstiftung aus. Wie gingen die Täter vor?

Witten.. Die als Flüchtlingsunterkunft vorgesehenen Holzbaracken auf dem Annener Berg sind offensichtlich angezündet worden. Die Polizei spricht von einem „dringenden Verdacht der vorsätzlichen Brandstiftung“. Ein technischer Defekt wird als Ursache definitiv ausgeschlossen..

Da ein fremdenfeindlicher Hintergrund denkbar, wenn nicht sogar wahrscheinlich ist, hat das Polizeipräsidium Bochum die „Ermittlungsgruppe Berg“ ins Leben gerufen. Federführend in solchen Fällen ist der Staatsschutz.

Das Feuer hat die drei Holzpavillons, die U-förmig neben dem Institut für Waldorfpädagogik standen, zu zwei Dritteln zerstört. Vermutlich ist auch die dritte Baracke nicht zu retten, weil sie durch den Rauch stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Der Sachschaden an den Gebäuden, die gerade für die Flüchtlinge umgebaut wurden, wird auf 70 000 Euro geschätzt. In wenigen Tagen hätten 25 Flüchtlinge, Familien aus Syrien und dem Irak, die Räume beziehen sollen.

Polizei gibt keine Einzelheiten bekannt

Es war bereits der zweite Brandanschlag auf eine noch leer stehende Asylunterkunft in Witten. Anfang September hatten bislang noch nicht ermittelte Täter mit Brandbeschleunigern ein Zimmer im Gästehaus Bommerholz angesteckt. Details , wie jetzt der Brand auf dem Annener Berg gelegt wurde, will die Polizei aus Ermittlungsgründen nicht bekanntgeben.

Bei der Untersuchung des Tatorts war unter anderem ein Spürhund eingesetzt worden, der speziell Brandbeschleuniger wittern kann. Infrage kommt zum Beispiel Benzin oder eine andere brennbare Flüssigkeit, wie sie seinerzeit in einer Apfelsaftflasche bei dem Brand im Bommerholz verwendet wurde.

Diesel oder Petroleum als Brandbeschleuniger?

Nach Informationen unserer Zeitung soll in einem mittleren, zum Wald hin gelegenen Lagerraum der Holzbaracken Dieselkraftstoff oder Petroleum gefunden worden sein, womöglich in einem Behälter. Einbruchsspuren gibt es offenbar nicht. Die ehemaligen Lagerräume sollen offen gewesen sein.

Die Flüchtlinge, die Ende dieser oder Anfang nächster Woche in den nun abgebrannten Gebäuden untergebracht werden sollten, kommen nach Angaben der Stadt nun entweder in Wohnungen oder in der Jahnhalle unter.

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