Hoffnung auch in leidvollen Tagen

H wie Haltern… Die Kleinstadt ist im Schockzustand. Durch das Flugzeugunglück verlieren viele Familien ihre Kinder, Freunde und Verwandte. Ein Riss geht durch die Seelen, die Herzen bluten, das Leid ist so groß, dass Worte nicht auszudrücken vermögen, wie unbeschreiblich traurig und betroffen alle in der Nähe und Ferne sind.

H wie Hiob… Hiob kennt diese Fragen, er erlitt alle Verluste, die man sich denken kann. Armut, Krankheit und der Tod seiner Kinder; was gibt es Grausameres? Hiob steht als Synonym für alle, denen unerklärlicherweise Leid widerfährt. Solange es Menschen gibt und sich die Erde dreht, kreisen dieselben Fragen um dieselbe Erde. Wir ringen nach Luft und Worten. Stille, Totenstille und Schweigen machen sich breit.

Menschen wollen trösten, erklären, suchen nach Worten, Antworten. Für die Betroffenen klingt dieses Gestammel zynisch. Unter die Verzweiflung und die Tränen mischen sich Grablichter. Sie leuchten gegen den Tod an. Doch, so kennt es biblische Erfahrung, in diesem schier unmenschlichen Leid erhebt Gott seine Stimme. Das hat Hiob hören dürfen: „Ich bin bei dir, ich verlasse dich nicht. Ich trage dich da durch.“

H wie Hoffnung… Ich persönlich bin nicht bereit, irgendeinen Sinn in diesem Flugzeugabsturz zu sehen. Ich schlage mich auf die Seite derer, die sich in die Arme fallen, mittrauern und mitleiden. Lasst uns Lichter anzünden und zeigen, dass wir mitfühlen und nicht teilnahmslos sind.

Jesus Christus hat dem Leid und dem Tod nicht das Feld überlassen und ist aufgestanden gegen die Finsternisse der Welt. Er hat den Tod überwunden. Daran erinnert die Passionszeit. Wem die Hoffnung verloren geht, ganz oder nur zeitweise, der kann sich in diese Kraft fallen lassen.
Pfarrerin Kerstin Othmer-Haake