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Hochzeitsmesse in der Werkstadt

18.10.2009 | 17:21 Uhr
Hochzeitsmesse in der Werkstadt

„Irgendwie gibt es da die Tradition, die man einhält”, sagt die 26-jährige Stefanie. Die junge Frau besuchte mit ihrem Verlobten Marcus am Sonntagmittag (18.10.) die Hochzeitsmesse „vertraut” in der Werkstadt.

Gemütlich schlendern sie an den knapp 26 Ausstellern vorbei und informieren sich über Einladungskarten, echte weiße Hochzeitstauben und Tischdekoration. Als Erstes steuern sie die Modenschau im großen Saal an. Was trägt die Braut – wohl die wichtigsten Frage bei einer Trauung.

Das junge Wittener Paar liebt es klassisch. „Die Braut in Weiß, der Bräutigam in Schwarz”, sagt der 31-Jährige. Beim Brautkleid will er auch mitreden: „Es muss nicht nur meiner Verlobten gefallen, sondern auch mir.” Sonst wünschen sich die beiden für ihre Hochzeit das „volle Programm”, so die zukünftige Braut. Nur auf einen weißen Sportwagen, wie er vor der Werkstadt von Emilio Giusti präsentiert wird, würde der Wittener gerne verzichten: „Nee, lieber einen Oldtimer”, wünscht er sich, um seine Stephanie zur Kirche zu fahren.

Autovermieter Giusti hingegen zeigt stolz sein 490 PS starkes, auf Hochglanz poliertes Ferrari F 430 F1 Coupe´. „Nicht nur Männer wollen diesen Wagen zur Hochzeit”, sagt er. Auch Frauen seien an dem Angebot interessiert, selbst in so einem Schlitten zur Trauung zu fahren. „Ich würde mich so heiraten lassen”, sagt Giusti mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Wer bei der eigenen Hochzeit lieber chauffiert werden will, kann sich an den „STV-Limousinenservice” wenden. Der mehr als achteinhalb Meter lange Chrysler sorgt für zahlreiche neugierige Blicke.

Es ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei auf der von Fotografin Christina Goldstein-Willems organisierten Hochzeitsmesse. Durch einen Zufall verlegte die Herbederin die Messe in die Werkstadt. „Eine Hausmesse wurde vor drei Jahren kurzfristig abgesagt. Da jedoch die Aussteller in den Startlöchern standen, sind wir hierhin ausgewichen”, erklärt Goldstein-Willems. Das Publikum im Kulturzentrum sei durchaus gemischt, im Gegensatz zu den etwas „reiferen Interessierten” auf Messen in Haus Herbede oder im Saalbau.

Das bestätigt Anja Fischer von der Bäckerei Erdelmann, die ihre aufwendigen Torten ausstellt. „Auch viele junge Menschen unter 30 Jahren kommen zu uns”, so die Chefin. Was aber nicht heißt, dass sich jüngere Brautpaare automatisch für eine niedrigere Preiskategorie entscheiden. „Wenn Paare sich schon eine Hochzeitstorte bestellen, dann soll es auch eine große und mehrstöckige sein”, so Anja Fischer, die übrigens selbst seit 13 Jahren mit ihrem Mann Bernd Erdelmann ohne Trauschein zusammenlebt. „Wir hatten nie die Zeit dazu und leben in wilder Ehe”, sagt sie und lacht herzhaft. Es geht eben auch ohne Ringetausch.

Philipp jedenfalls hat noch viel Zeit, sich zu überlegen, ob er irgendwann einmal den Schritt zum Traualtar wagt. Der Elfjährige mit den blonden Wuschelhaaren begleitet zusammen mit dem zehnjährigen Luca die Brautkleid-Models auf dem Laufsteg. Mit einem schüchternen Lächeln meistert er seinen Auftritt.

Gekonnt achtet er darauf, den prunkvoll gekleideten Damen nicht auf die Schleppe zu treten. Philip scheint schon zu einer neuen Hochzeits-Generation zu gehören: Der sympathische Junge trägt zu seinem schwarzweißen Nadelstreifenanzug farblich passende Turnschuhe.

Melanie Pohle

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