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Hilfe für Solveigh

14.01.2008 | 16:44 Uhr
Hilfe für Solveigh

Roswitha Rodewig ist Schulärztin an der Rudolf-Steiner-Schule in Witten. Als die 58-Jährige erfuhr, dass die ehemalige Schülerin Solveigh an einer sehr aggressiven Form von Leukämie erkrankt ist, handelte sie sofort.

Die Ärztin wandte sich an die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) und organisierte für Montag (21.1.) eine Typisierungsaktion von 14 bis 17 Uhr in Solveighs früherer Schule. „Ich bin sehr betroffen”, sagt Roswitha Rodewig. Einer ihrer Söhne besuchte dieselbe Klasse wie Solveigh, die Familie gehört zu ihrem Freundeskreis. Mitte Dezember erfuhr die 26-jährige Sprockhövelerin, die 13 Jahre lang in Witten die Schule besucht hat, völlig überraschend durch eine routinemäßige Blutuntersuchung von ihrer Erkrankung. „Es war genau zu der Zeit, als der riesige Jackpot in aller Munde war”, erinnert sich die 58-Jährige. „Solveigh kam sich so vor, als hätte sie nicht den Sechser im Lotto, sondern genau das Gegenteil gezogen.”  Die 26-Jährige steht kurz vor ihrem Abschluss in Agrarwissenschaften an der Universität Kiel. Dort wird sie im Tumorzentrum behandelt. „Die Ärzte haben sehr zügig mit der Chemotherapie begonnen”, so Rodewig, „doch diese hat nicht die erhofften Erfolge gebracht.” Sehr schnell war klar: Nur eine Stammzellentransplantation kann Solveighs Leben retten. Für die Studentin und ihre Eltern sei der Schritt an die Öffentlichkeit nicht leicht gewesen. Doch durch die Typisierungsaktionen - Solveighs Kommilitonen starten auch eine Initiative in Kiel - erhöht sich die Chance, einen passenden Spender zu finden.  Die Schulärztin nahm Anfang Januar Kontakt zur DKMS auf. Diese druckte Plakate, die Roswitha Rodewig gemeinsam mit Bekannten und Kollegen in Praxen und Apotheken in Witten und Umgebung aufhängte. Daneben stellt die DKMS ihr Know-how und die Materialien für die Blutabnahme zur Verfügung. Rodewig organisierte rund 30 Helfer. Ärzte und erfahrene Medizinstudenten der Uni Witten werden den potenziellen Spendern je fünf Milliliter Blut abnehmen. Die Ärztin weiß: „Es ist wie die Suche nach einer Nadel im Heuhaufen.” Doch die 58-Jährige resigniert nicht: „Es kann genau derjenige passend sein, der zur Typisierung geht. Jeder, der kommt, zählt.” Rodewig wirbt bei allen Bekannten, dafür, sich zu registrieren. „Es wäre schön, wenn rund 300 Leute kommen würden.”

Katharina Bons

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