Herzchen löten bei der Wittener Nacht der Ausbildung

Die Nacht der Ausbildung auf dem Gelände der Karrierewerkstatt. An zahlreichen Infoständen gab es Tipps und Ratschläge für den Start ins Berufsleben.
Die Nacht der Ausbildung auf dem Gelände der Karrierewerkstatt. An zahlreichen Infoständen gab es Tipps und Ratschläge für den Start ins Berufsleben.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Die vierte Wittener Nacht der Ausbildung setzte auf Praxisnähe. Es gab nicht nur jede Menge Infos, es durfte auch selbst Hand angelegt werden.

Witten..  Hochkonzentriert sitzt Chantall an ihrer Arbeit. Erst ein zweiter Blick zeigt, dass es hier nicht ganz bierernst zugeht – die 14-jährige Schülerin lötet LEDs auf ein kleines Herz, das nach getaner Arbeit fröhlich blinkt.

Die 4. Wittener Nacht der Ausbildung setzte auf eine Mischung aus Information und Aktion. 23 Unternehmen stellten auf dem Gelände der Edelstahlwerke 36 Ausbildungsberufe vor, von der Bankkauffrau bis zum Mechatroniker. Veranstaltet wird diese Messe von der Karrierewerkstatt der Deutschen Edelstahlwerke in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung und den Stadtwerken. Schon bei der Begrüßung zeigte sich die Praxisnähe: Bürgermeisterin Sonja Leidemann hielt das Grußwort per Megaphon aus luftiger Höhe vom Hubwagen der Feuerwehr.

Eine kleine Tradition

„Die Nacht der Ausbildung ist nun schon eine kleine Tradition“, freut sich Wolfgang Kowalczyk, Geschäftsführer der Karrierewerkstatt. „Das Besondere an dieser Veranstaltung ist, dass die interessierten Jugendlichen hier vieles einfach hautnah ausprobieren können.“ Und dieses Angebot wird gern angenommen: In der großen Werkshalle ist einiges los, hier ist Praxis angesagt. Die Hemmschwelle, sich hier selbst zu betätigen, ist gering, die Atmosphäre locker.

Die meisten Anbieter setzen darauf, ihre Auszubildenden als Berater in den Ring zu schicken – denn wer könnte besser über die jeweilige Ausbildung berichten? So stellen David Beinhoff und Eduard Holstein den Beruf des Industriemechanikers im Fachbereich Instandhaltung vor. Ihre Begeisterung für diese Ausbildung ist absolut authentisch: „Das macht wirklich Spaß!“ Leicht und verständlich erklären sie ihren potenziellen Nachfolgern die pneumatische und die hydraulische Schaltung und den zerlegten Kompressor. Auch Nikolai Ludwig, der den eifrigen Teilnehmern beim LED-Löten hilfreich zur Seite steht, weiß genau, wovon er spricht: „Ich mache die Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik. Das ist richtig klasse!“.

Spielerisch über den Tellerrand schauen

Die Aussteller, von der Uni Witten/Herdecke über diverse Versicherungen bis hin zu Hotels, Banken und Industriebetrieben, sind überzeugt von dem Konzept. „Man kommt hier schnell ins Gespräch, weil die Messe trotz der Vielfalt überschaubar ist“, erklärt Kai Küppers. Er ist Studien- und Berufswahlkoordinator am Berufskolleg Witten und präsentiert das beeindruckende Angebot seines Hauses, das die Fachbereiche Technik, Wirtschaft sowie Sozial- und Gesundheitswesen abdeckt. Auch Petra Trost, Seminarleiterin bei der Awo, steht hinter dem Konzept: „Die Ausstellung bietet die Möglichkeit, unsere Angebote bekannter zu machen.“ Sei es die Teilzeitausbildung zur Altenpflegehilfe für Alleinerziehende oder die neue Logopädie-Schule in Hattingen.

Eine gute Idee: Um an der Tombola teilnehmen zu können, müssen die Jugendlichen Buchstabenstempel an möglichst vielen Ständen sammeln. Auf diese spielerische Weise schaut jeder ganz automatisch über den Tellerrand hinaus und entdeckt vielleicht völlig neue Möglichkeiten.