Herbeder Schleuse nimmt ab Samstag Betrieb wieder auf

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Was wir bereits wissen
Die Reparaturen an der Steuerungstechnik sind beendet. Und die Schwalbe kann ab sofort wieder von Witten bis zum Kemnader See touren

Witten..  Die Herbeder Schleuse arbeitet wieder: Für viele Wittener ist das die Nachricht des Sommers. Seit dem Brand des Schleusenwärterhäuschens im Januar konnte das Ausflugsschiff MS Schwalbe II nur den Oberlauf der Ruhr befahren. Denn die Steuerungstechnik der Schleuse war bei dem Feuer zerstört worden. Nach 40 Arbeitstagen und 600 000 Euro später ist jetzt alles neu und funktionstüchtig. Ab Samstag kann die Schwalbe wieder die Ruhr runter zum Kemnader See schippern.

Drei Kameras erhöhen Sicherheit

Bis zuletzt war nicht klar, wann es genau an der Schleuse wieder losgehen würde. „Wir haben noch auf ein Ersatzteil gewartet“, erklärt Rainer Altenberend, technischer Leiter der Stadtwerke. Diese hatten die Schleusentechnik in den letzten Wochen und Monaten in Stand gesetzt. „Der Brand hat die Steuerungstechnik zerstört. Aber die Erneuerung der Schleusentechnik stand für dieses Jahr sowieso an“, sagt Frank-Karsten Schulze, der die Reparaturen vor Ort betreute. Immerhin sei die Technik schon in den 1980er-Jahren eingebaut worden. „Die war total überholt.“

Nagelneu ist dagegen die Anlage, die jetzt, statt, wie vor dem Brand, in einem Schuppen, in einem feuerfesten Container untergebracht ist. Über einen berührungssensiblen Monitor können die Techniker die einzelnen Funktionen der Schleuse bedienen. Der gleiche Bildschirm befindet sich in der Kabine des Schiffsführers auf der Schwalbe. „So kann man von beiden Positionen aktiv werden.“ In den nächsten Wochen noch montiert werden drei Kameras, die die Schleusentore bzw. das Schleuseninnere überwachen werden und sowohl dem Steuerungscontainer auf dem Festland als auch dem Kapitän auf dem Schiff Bilder in Echtzeit liefern. Schulze erhofft sich dadurch mehr Sicherheit: „Durch die Kontrolle des Schleusenumfeldes können wir in Zukunft Unfälle vermeiden.“

Alles auf Sommerfahrplan

Zwei der drei Kapitäne, die die Schwalbe in den vergangenen Jahren über die Ruhr und durch die Schleuse steuerten und zu Beginn dieser Saison buchstäblich auf dem Trockenen saßen, zeigen sich erleichtert. „Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie froh ich bin, dass wir endlich wieder volle Fahrt aufnehmen können“, lacht Jens Göbel. Sich auf die neue Technik einzustellen sei für ihn nicht schwierig gewesen. „Eine Fernbedienung hatten wir vorher auch. So viel hat sich nicht verändert.“ Das sieht auch Michael Freudenreich ähnlich. „Es ist gut, dass es endlich wieder losgeht.“ Ab heute also fährt die Schwalbe wieder ihren regulären Sommerfahrplan. Und obwohl im Winter noch die ein andere kleinere Reparatur aussteht: „So, wie sie ist, läuft die Schleuse jetzt erstmal“, versichert Frank-Karsten Schulze.