Helenenberg bekommt neuen „Balkon“

Der Wasserspeicher auf dem Helenenberg.
Der Wasserspeicher auf dem Helenenberg.
Foto: Stadtwerke
Was wir bereits wissen
Weil der Wasserspeicher umzäunt werden muss, planen Stadt und Nawitt eine Alternative zum beliebten Wittener Naherholungsziel. So soll sie aussehen

Witten..  Alteingesessenen Wittenern dient er besonders an Silvester als Aussichtsplattform. Anwohner gehen mit ihren Hunden hier gerne spazieren. Zugereiste genießen von oben den Blick ins Ruhrtal. Der Trinkwasserspeicher auf dem Helenenberg ist zum Naherholungsgebiet geworden. Jetzt soll das rund 4400 Quadratmeter große Gelände komplett eingezäunt werden – und damit unbegehbar. Doch Stadtwerke und der Wittener Naturschutzbund (Nawitt) planen Ersatz.

„Es ist uns klar, wie sehr die Wittener diese Erhebung als Ziel für Spaziergänge lieb gewonnen haben“ sagt Rainer Altenberend, technischer Leiter bei den Stadtwerken, denen das Gelände gehört. Zur Umzäunung gebe es aber keine Alternative. „Da es sich bei dem Wasser in dem Speicher um Trinkwasser handelt, müssen wir uns an gewisse Auflagen halten.“ Der Speicher sei in der Vergangenheit immer wieder beschädigt worden. „Vor allem die Spalten rund um das Dach, die zur Belüftung dienen, sind empfindlich.“

Dach des Speichers wird erneuert

Saniert wird auf dem Helenenberg schon seit Januar diesen Jahres, ein Bauzaun grenzt das Gelände ein und gibt eine gute Idee davon, wie es hier in Zukunft mal aussehen könnte. „Wir müssen auch das Dach und Teile innerhalb des Speichers erneuern“, erklärt Altenberend. Wie man die Fläche, die Wittener gerne als „Balkon über Witten“ bezeichnen, ersetzen könnte, wenn sie dann eingezäunt und nicht mehr zugänglich ist, darüber haben sich Stadtwerke und Nawitt in den vergangenen Monaten den Kopf zerbrochen.

Altenberend: „Unsere Idee ist, den Balkon 50 Meter nördlich versetzt zu erhalten.“ Außerhalb der Umzäunung soll hier Erde aufgeschüttet und der Baumbestand etwas gestutzt werden, „so dass man von oben einen schönen Blick auf die Innenstadt und die Zeche Nachtigall hat“. Die Vegetation und auch das Tierreich solle dabei natürlich so wenig wie nötig angetastet werden. „Wir wollen auch wieder eine wilde Wiese pflanzen. Das ist ja der Sinn der Sache: Den Naherholungswert des Geländes zu erhalten.“

Auch die Zufahrtswege bzw. die Trampelpfade zur Erhöhung blieben erhalten, so Altenberend. „Im Winter soll es Kindern hier immer noch möglich sein, mit ihren Schlitten runter zu sausen.“

Kosten von vier Millionen Euro

Spätestens Anfang 2016 soll die Baumaßnahme am Helenenberg abgeschlossen sein. Die Kosten für Sanierung und Umbau betragen laut Stadtwerke rund vier Millionen Euro. Seien aber eine unausweichliche Ausgabe, „denn wir sind gesetzlich dazu verpflichtet, den Standard und die Sicherheit des Trinkwasserspeichers zu gewährleisten“. Wann die permanente Umzäunung genau kommt, darauf wollten sich die Stadtwerke nicht festlegen.