Heiterer Rollentausch mit weiblicher List

Guter Rat ist teuer, wenn eine reiche und schöne Prinzessin einen angehenden, etwas tollpatschigen Musikprofessor für sich gewinnen will, der aber genau wegen dieses Klassenunterschiedes vor einer Verbindung zurückschreckt. Die Lösung ist einfach und typisch weiblich: was die reiche Frau nicht schafft, gelingt vielleicht der armen.

Also verwandelt sie sich kurzerhand in eine imaginäre, schuhverkaufende Schwester, mietet ein Schuhgeschäft und veranlasst ihren Traummann dazu, dort ein Geschenk abzugeben. Im Schuhgeschäft gibt es dann keine sozialen Schranken mehr. Doch wird die List gelingen?

Es ist ein Stoff, aus dem Operettenträume sind. Das Landestheater Detmold brachte Ralph Benatzkys Operette „Meine Schwester und ich“ am Wochenende mit einer überzeugenden und spritzigen Inszenierung auf die Saalbaubühne.

Ein hochnäsiger Butler

Auch das Bühnenbild war stimmig und der Zeit der Handlung angepasst. Berühmt wurde der österreichischer Komponist Benatzky vor allem durch sein beliebtes Singspiel „Im weißen Rößl“.

In „Meine Schwester und ich“ überzeugte Andreas Jören als etwas schusseliger Musikprofessor Fleuriot mit seiner ausdrucksstarken Tenorstimme und einem bemerkenswerten komödiantischen Talent. Seine Partnerin Dolly (Anna Werle) als Prinzessin war ihm ebenbürtig, musste sich aber wegen einer – vorher angekündigten – leichten Erkältung stimmlich etwas zurückhalten. Trotzdem überzeugte sie in Ihrer Doppelrolle als große Dame und Schuhverkäuferin mit warmer Sopranstimme und schauspielerischem Können.

In den anderen Rollen gefielen besonders der hochnäsige und herablassende Butler Charly (Torsten Lück) sowie die als kesse Blondine auftretende Verkäuferin Irma (Franziska Ringe). Auch der völlig verdatterte Inhaber des Schuhgeschäftes (Michael Klein) konnte nicht fassen, was plötzlich in seinem Laden geschah.

Die mit Tempo und Humor gewürzte Inszenierung von Guta Rau sorgte für beste Unterhaltung. Das Orchester unter der Leitung von Matthias Wegele musizierte spielfreudig und ließ seinen Trompeter mit einigen Soloeinlagen glänzen.

Publikum war begeistert

Natürlich führte weibliche List und Verführungskunst zum Erfolg. Und so gab es – wie in einer Operette nicht anders zu erwarten – ein Happy End.

Das Publikum im Saalbau war begeistert und spendete reichlich Beifall.