Heiß, heißer, Hitzewahnsinn

Malwa Katharina Hamme (20 Jahre) kühlt sich von innen ab.
Malwa Katharina Hamme (20 Jahre) kühlt sich von innen ab.
Foto: Fischer / Funke Foto Service
Was wir bereits wissen
Feuerwehr erklärt Alarmstufe 4. Stadt bangt um Straßen. Bankmitarbeiter zählen Geld im T-Shirt. Wasserrettung voll besetzt. Witten im Ausnahmezustand

Witten..  Alle stöhnen, Witten auch: Am Wochenende soll es noch heißer werden als in den letzten Tagen – und vielleicht wird sogar die magische 40-Grad-Marke geknackt. Stadt, Feuerwehr, Polizei, Krankenhäuser, die Wasserrettung, sogar die Sparkasse haben sich auf den Ausnahmezustand vorbereitet.

Stadt sorgt sich um Asphalt

Noch muss der geschmolzene Asphalt nicht, wie anderswo, von der Straße gekratzt oder verbogene Schienen ausgetauscht werden. „Aber wir können nicht ausschließen, dass bei der extremen Hitze etwas passiert“, sagt Stadtsprecher Helmut Sonder. Die Straßenbeläge wurden zu unterschiedlichen Zeiten verbaut. „Asphalt aus den 70er-Jahren enthält viel mehr Bitumen (ein Bindemittel). Und das kann bei Hitze sehr wohl schmelzen.“

Feuerwehr warnt Raucher

In höchster Alarmbereitschaft ist die Feuerwehr. „Heute gilt bei uns Gefahrenstufe 4 für Waldbrände. Das ist die höchste Stufe“, heißt es. Spaziergänger, die sich im Wald aufhalten, werden dringend gebeten, auf keinem Fall zu rauchen. Das Verbot gilt übrigens schon seit Ende März. Ein Sprecher: „Die Gehölzer sind jetzt so trocken, dass nur ein kleiner Funke reicht, um einen Großbrand auszulösen.“

DLRG-Stationen voll besetzt

Voll besetzt sind am Wochenende die fünf Wachstationen der DLRG an Ruhr und Kemnader See. An jedem Kontrollpunkt haben fünf bis acht Rettungsschwimmer ein Auge auf alle, die sich im oder auf dem Wasser aufhalten. Nachdem am Donnerstag vier Menschen in NRW ertranken, sind die Lebensretter besonders auf der Hut. „Natürlich rechnen wir mit viel Andrang“, sagt Michael Vogel von der DLRG. Da sei die Gefahr erhöht, dass etwas passiert. In der Ruhr ist Baden immer noch verboten.

Ambulanzen doppelt so voll

Die Ambulanzen der Krankenhäuser ächzen unter dem Zustrom. Das Evangelische verzeichnet wie berichtet doppelt so viele Notfälle wie sonst – meist ältere Menschen, die zu wenig getrunken haben. Am Marien-Hospital hielt sich der Andrang am Freitag zwar noch in Grenzen – aber heute könnte es kritisch werden.

Banker lösen ihre Krawatten

Auch die Sparkasse macht sich frei. Mitarbeiter dürfen zumindest Jacketts und Krawatten ablegen. Nur kurze Hosen sind noch nicht erlaubt. Die Caritas lädt alle 80 Schwestern und Haushaltshilfen zu einem Eisdielenbesuch ein. „Als Dankeschön für ihren Einsatz bei dieser tropischen Hitze“, sagt Geschäftsführer Hartmut Claes.