Heinzelmännchen streichen Wände
15.11.2009 | 14:40 Uhr 2009-11-15T14:40:00+0100
Da werden sich die Siebtklässler der Holzkamp-Gesamtschule aber am Montag freuen, wenn sie ihren Klassenraum A 118 betreten. Denn endlich leuchten freundliche Farben an den ehemals tristen Wänden. Übers Wochenende waren nämlich die Heinzelmännchen im Einsatz.
Ja, wirklich: die Wittener Heinzelmännchen, die Björn Kornetzki vor einem Jahr ins Leben rief. Der vom Land geförderte Existenzgründer beschäftigt Hartz-IV-Empfänger und bietet Dienstleistungen zu günstigen Kursen an. Die Aktion am Samstag war jedoch komplett kostenlos. „Die Schule hat ja selbst kein Geld”, weiß Kornetzki (42). Außerdem besucht seine 13-jährige Tochter Vanessa die Klasse, deren Raum nun frisch gestrichen ist. „Das sah ja vorher aus wie in einer Gefängniszelle”, sagt Kornetzki, „vergilbt, heruntergekommen und mit Löchern in der Wand”.
Vier Heinzelmännchen haben den ganzen Samstag in der Schule verbracht. Und eigentlich sollten auch noch ein paar Väter und Mütter helfen. Gekommen waren jedoch nur Elternpflegschaftsvorsitzender Roy Siek und seine Frau, die jedoch fleißig mitpinselten.
Auch sonst ist die Arbeit der Heinzelmännchen ziemlich gefragt. Kornetzki, anfangs nur ein Ein-Mann-Betrieb, beschäftigt inzwischen sechs Mitarbeiter auf 400-Euro-Basis. Die streichen nicht nur Wände, sondern putzen auch Fenster, fliesen Bäder, lösen Haushalte auf oder kaufen für Edeka-Kunden in Bommern und am Crengeldanz ein.
Damit, sagt Björn Kornetzki, habe überhaupt alles angefangen. Durch Zufall beobachtete er damals eine alte Dame, die ihren mit Einkaufstüten voll beladenen Rollator den Bodenborn hochschob und dachte sich: „Der kann geholfen werden.” So gibt es seit dem 1. November 2008 die Wittener Heinzelmännchen.
06:26
Bei dem Beispiel handelt es sich um eine Spende. Kein anderer Unternehmer hat sich angeboten diese Arbeiten zu spenden. Und das obwohl vielen der Staat mit Kurzarbeitergeld unter die Arme greift.
Im übrigen gilt, Handwerksmeister, die sich an den Tropf der Kommune hängen wollen, müssen schlicht besser sein als eine Eigenorganisation der Arbeiten durch die Kommune selbst oder wie in diesem Fall durch innovativere Konkurrenten.
Dieser innovative Unternehmer lebt davon, dass er die verschiedenen Vorteile der 400 € Jobs für sein Unternehmen nutzt. Ergänzt wird das ganze noch durch den Druck den die Arbeitsagenturen auf ihr Klientel ausüben. Ein Geschäftsmodell übrigens, dass Gebäudereiniger, Handel, Postdienstleister und viele andere genauso nutzen.
Richtig ist natürlich, das solche Modelle volkswirtschaftlicher Unsinn sind. Da werden mit einer Reihe verschleierter Subventionen nach dem Zufallsprinzip Menschen beschäftigt, deren Arbeitskraft an anderen Stellen sehr viel nützlicher genutzt wäre.
Nur das kann man ja nicht dem Unternehmer anlasten der die liberalen Regeln für sich nutzt. Der Handwerksmeister der da was ändern will, muss wahrscheinlich die Linken wählen, falls die ihre Forderung nach Abschaffung der 400 € Jobs nicht auch schon aus wahltaktischen Gründen aufgegeben haben.
00:13
ja der SPD Schule geht es schon verdamt schlecht...
wenn meine sonst keine anderen Sorgen hat, als sich Gedanken um die Wandfarbe der Klassenzimmer zu machen...
wir haben das früher selber mit unserem Klassenlehrer in der Projektwoche gemacht heute lässt man es machen...
und wieso soll eigentlich nochmehr von dem Konjunkutpaket in diese Schule gepummt werden?
diese Schule bekommt von allen Wittener Schule die meisten Zuschüsse aus dem Konjunkurpaket und dabei gehört die Schule zu den jüngsten in Witten (26 Jahre jung sind die Hauptgebaute)
was ist mit den anderen Schulen in Witten?
Am Ruhrgymnasium sind nicht nur die Bäume im Innehof faul sondern so gut wie jedes Fenster....
Energiesparen ist da garnicht möglich....
23:19
Durch diese kostenlose Aktion bekommt die Firma eine grandiose Werbung. Woanders werden die Arbeiten zu billig Preisen ausgeführt, was wiederrum den Handwerksfirmen schadet! Bäder fliesen, streichen u.s.w. Wieso wurden diese Arbeiten nicht über das Konjunkturpaket Zwei vergeben? Die Einkäufe nach Hause tragen ist eine andere Geschichte. Obwohl ich da auch nicht sehen kann, wie der der Sie ausführt, dadurch wieder einen vollwertigen Arbeitsplatz erlangen kann! Was bekommt der Unternehmer vom Staat dafür daß er Hartz/ Vierer so beschäftigt?
21:31
Anhang:
Es gab weder Zuschuss für Farbe, Arbeitszeit oder ähnliches.
Wir sind einfach nur froh unseren Kindern eine angenehme Lernumgebung gegeben zu haben.
Ich empfinde es als ziemlich kaltschnäuzig Kindern, die mit alle dem HartzIV, oder ähnlichem nichts zu tun haben, dies nicht zu gönnen!
Das ist Kinderverachtend! Schade!
21:27
Zum einen war diese Aktion absolut kostenlos (was Sie im übrigen bemerkt hätten, würden Sie den Text aufmerksam lesen) und zum anderen geht es dabei nicht um hochwertigste Handwerkerarbeit (die ich persönlich auch kaum leisten kann), sondern vielmehr um viele einfache Dinge im Alltag. Oder würden Sie etwa einer alten Dame die Einkäufe nach Hause tragen?!? Ihre Aussage nach wohl eher nicht!
21:24
Hätte man dafür die Mittel des Konjunkturpaketes 2 benutzt, hätte es den Handwerkern geholfen.
21:22
So bringt man Harz/4 Empfänger in geregelte Arbeitsverhältnisse, zusätzlich unterbietet man mit Dumpingpreisen die heimischen Handwerksfirmen in verschedensten Gerwerken.
Die Folge? Sie entlassen Mitarbeiter! Wo werden Die landen? In Harz4! Wo dürfen Sie dann arbeiten für 400 Euros???
Eben!!!