Hausmannskost und Handwerk gibt’s im Wullener Feld in Witten

Michael Vogel (51) besucht das Wullener Feld entweder, um Sport zu machen, oder aber, wenn es zu Hause etwas zu reparieren gilt
Michael Vogel (51) besucht das Wullener Feld entweder, um Sport zu machen, oder aber, wenn es zu Hause etwas zu reparieren gilt
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Im Wullener Feld in Annen wird eher gearbeitet als gewohnt. Familienbetriebe, aber auch größere Unternehmen sind dort ansässig

Witten..  Nur wenige Meter Luftlinie sind es von der Autobahn 44 bis in das Gewerbegebiet Wullener Feld. Zwischen Klevinghaushof /Liegnitzer Straße und der Stockumer Straße im Stadtteil Annen gelegen, spaltet sich das Wullener Feld in mehrere kleine Sackgassen auf und ist insgesamt 879 Meter lang. Am oberen Straßenende auf dem Annener Berg liegt die Blote-Vogel-Schule. Sie gehört jedoch schon zur Stockumer Straße.

Heute sind im Wullener Feld sowohl kleinere als auch größere Firmen ansässig, darunter beispielsweise: Pflegemöbel Völker (inzwischen Hill-Rom), Kunststoffgießerei Habermann, Sicherheitstechniker Stanley, Hardes Sanitäranlagen, Radio Peussner, Schreinerei Lauterbach oder die Autowerkstatt Diesel Müller. Anwohner gibt es nur vereinzelt, dementsprechend beschränkt sind die Einkaufsmöglichkeiten und der öffentliche Nahverkehr. Das Büdchen „Essbar“ von Tanja Lamik versorgt die Mitarbeiter aus den Betrieben mit Kaffee, Frühstück oder Mittagsessen.

Heute bin ich hier, um in der Schreinerei Lauterbach meine Rollläden reparieren zu lassen. Entweder fahre ich ins Wullener Feld, um das Fitnessstudio Drexelius zu besuchen oder aber, wenn irgendwelche Reparaturen im Haus anfallen. Für solche Dinge in den Baumarkt zu fahren – das ist nicht so mein Ding.

Generell ist das Wullener Feld ein guter Anlaufpunkt für Fachbetriebe. Hier gibt es ein Küchenstudio, einen Elektrogroßhandel und Autozubehör. Viele Unternehmen sind alteingesessen und in Familienhand – das finde ich gut.
Michael Vogel, 51


Seit sechs Jahren gibt es meine „Essbar“ im Wullener Feld. Darin biete ich Frühstück und Mittagessen an. Hauptsächlich gibt es Hausmannskost zu essen: Für meine selbst gemachten Frikadellen stehen manche sogar schon morgens um sechs vor der Tür. Zu vielen Stammkunden habe ich ein freundschaftliches, wenn nicht gar ein familiäres Verhältnis aufgebaut: Einer schenkt mir jedes Jahr zu Weihnachten ein Bild von ihm und seiner Familie. Obwohl ich die Tochter gar nicht kenne, kann ich ihr so quasi beim Großwerden zusehen.
Tanja Lamik, Inhaberin der „Essbar“

Der Activ Club Drexelius hat seit 1997 seinen Standort im Wullener Feld. Den Wittener Familienbetrieb gibt es jedoch schon seit dem Jahr 1978 – damals stand das Fitnessstudio noch in der Westfeldstraße und war eines der ersten Bodybuilding-Studios in der Ruhrstadt und Umgebung. Trainiert werden kann dort täglich von Montag bis Freitag von acht bis 22 Uhr sowie am Wochenende von zehn bis 18 Uhr.

Zu uns kommen täglich bis zu 500 Leute, um sich beim Fitness oder Badminton zu verausgaben. Wir bieten außerdem Reha-Kurse an. Unsere Mitglieder, das sind vor allem Leute aus Witten, Bochum oder Dortmund. Die Lage im Wullener Feld ist natürlich super, die Autobahn ist ganz nah. Der Betrieb wird immer noch sehr familiär geführt, wir haben insgesamt 16 Mitarbeiter. Einen davon bilden wir zum Sport- und Fitnesskaufmann aus.
Jan Messerschmidt, Heike Drexelius und Werner Krychowski, Activ Club Drexelius


Die Schreinerei Lauterbach stellt Möbel und Carports unter anderem für Privatleute und Genossenschaften her. Seit 2000 hat die Firma ihren Standort im Wullener Feld, es gibt sie jedoch schon seit 55 Jahren. Der Familienbetrieb besteht in der dritten Generation. 21 Leute sind hier beschäftigt: Darunter befinden sich insgesamt drei Auszubildende zum Tischler.


Ich bin Azubi im dritten Ausbildungsjahr bei Lauterbach. Ich weiß das familiäre Klima und die abwechslungsreiche Arbeit sehr zu schätzen.

Im Wullener Feld selbst ist eigentlich nicht viel los. Es gibt aber erstaunlich viel Verkehr: einerseits durch die Zulieferer, andererseits aber auch durch diejenigen, die ins Fitnessstudio fahren.
Christian Landeck, Azubi bei Schreinerei Lauterbach