Hausbesitzer protestieren

Schon 2013 hat die Stadt die Grundsteuer erhöht, seit Jahresbeginn müssen Hausbesitzer erneut tiefer in die Tasche greifen. Und wenn die errechneten Mehreinnahmen nicht erzielt werden, soll der Hebesatz 2016 wieder steigen. Dagegen protestiert nun der „Verband Wohneigentum Witten“, der die Interessen der Betroffenen vertritt. 1800 Unterschriften hat er bereits gesammelt. „Die wollen wir am 29. Januar um 12 Uhr an die Bürgermeisterin übergeben“, sagt Kreisvorsitzender Reinhard Stöcker.

Der 62-Jährige betreut die 2500 Mitglieder in der Ruhrstadt. „Wir beschweren uns, weil Wohnraum bezahlbar bleiben soll“, so Stöcker. Eigentümer hätten genug Kosten zu tragen. Es könne nicht angehen, dass immer dieselben zur Kasse gebeten werden. Schließlich empfehle auch das Land, die Grundsteuer nicht höher als 420 Punkte anzusetzen. Doch Witten liegt längst schon darüber.

2013 wurde die Grundsteuer von 470 auf 590 Punkte erhöht, 2015 steigt sie auf 690 Punkte. Für ein Zweifamilienhaus in Stockum etwa schlägt das nach städtischer Musterrechnung mit 1095 statt 936 Euro zu Buche. Für eine 70 m²- Eigentumswohnung in der City werden 330 statt 282 Euro fällig. 2016 läge der Hebesatz bei 910 Punkten. „Wie soll ein Rentner, der das Haus als Altersvorsorge eingeplant hat, das kompensieren?“

Vier Wochen, seit November, lief die Unterschriftenaktion. Stöcker: „Die Resonanz war erstaunlich positiv.“ Offenbar hätten alle darauf gewartet, dass einer was tut, vermutet der Verbandsvorsitzende. Er bekomme weiterhin Anfragen für Unterschriften. Natürlich brauche die Kommune Geld und werde den Bescheid sicher nicht zurücknehmen. Aber „vielleicht wird sie nicht in vollem Umfang zuschlagen“.