Guter Sex ist ziemlich teuer

Lisa Feller kommt in die Werkstadt.
Lisa Feller kommt in die Werkstadt.
Foto: Lisa Feller
Was wir bereits wissen
...behauptet Komikerin Lisa Feller in ihrem aktuellen Programm, mit dem sie jetzt in die Werkstadt kommt. Was da so viel kostet, das erklärt sie im Interview

Witten..  Komikerin Lisa Feller ist mit „Guter Sex ist teuer“ am Donnerstag, 21. Januar, in der Werkstadt zu Gast. Nach der Trennung von Mann und Haus stellt die allein erziehende Mutter von zwei Kindern ernüchtert fest: Ich habe ein Recht auf Zärtlichkeit, die über Brei an die Hose schmieren und feucht schlabberige Kakaoküsse hinausgeht. Aber wann? Und wo? Und vor allem: Mit wem? WAZ-Redakteurin Britta Bingmann sprach mit der 39-Jährigen über das aktuelle Programm, über ihre Pläne – und warum sie sich auf Witten freut.

Mal ehrlich: Was denken Sie, wenn Sie morgens aufstehen und wissen, dass es am Abend nach Witten geht?

Ich denke natürlich: Juchhu, Witten – endlich ist das Jahr um. Nein, im Ernst: Ich hatte tatsächlich schon mehrere sehr schöne Auftritte in Witten. Ich mag es, dass das Publikum dort so offen ist. Die Leute haben keine Manschetten vorm Lachen. Auch nicht, wenn das Programm dann mal -- wie soll ich sagen -- recht nah an der Realität ist.

Nah an der Realität: Heißt das „Guter Sex ist teuer“ ist ein Programm, bei dem „unser Oma“ rot werden muss?

Also, nein. Meine Mama fand’s lustig. Schlüpfrig ist es nicht und es geht auch nicht unter die Gürtellinie. Aber klar gibt es immer welche, denen selbst das, was ich mache, schon zu viel ist.

Ohne zu viel zu verraten: Worum geht es denn genau – und warum ist guter Sex teuer?

Es geht um eine selbstbewusste Frau, die sich nach einer Trennung zurück ins Leben kämpft. Die mit 37 noch nicht die hormonelle Frührente beantragen will. Die wieder teilnehmen möchte am Leben. Die nicht nur als Mutter funktionieren möchte, sondern auch selbst mal wieder vorkommen möchte. Also kurz: Das Leben soll auch auf dem Gebiet mal wieder Spaß machen. Aber so ein Abend kostet eben: Beauty, Klamotten, Babysitter. Und das Essen eventuell auch noch, falls der Kerl keine Manieren hat... (lacht)

Das klingt nach einem Programm für Frauen...?

Nun ja, ich rede halt aus Sicht einer Frau. Männer müssen oft mitkommen ins Programm – und sind dann hinterher froh, dass sie dabei waren und jede Menge Spaß hatten. Der Unterschied ist der: Die Frauen fühlen sich verstanden und die Männer – nun, die lernen halt was.

Wie viel Lisa Feller selbst steckt in dem Programm?

Mein Leben und meine Erlebnisse sind schon die Grundlage, aber ich habe es natürlich für die Bühne aufbereitet. Es soll ja schließlich Comedy sein. Das heißt: Es könnte alles stimmen.

Sie haben auf der Bühne schon über ihren Mann gesprochen, über die Kinder, jetzt über die Trennung. Was wird das Thema ihres nächsten Programms sein?

Ich bin gespannt, wie das Leben weiter geht . Das was passiert, das wird’s dann sein.

Politisches Kabarett wird es aber nicht sein?

Die Frage ist doch: Was heißt politisch? Tagespolitik wäre nichts für mich, dafür muss man sich sehr gut auskennen, finde ich. Meine Stärke ist es, Menschen zu beobachten - und das auf die Bühne zu bringen, das hat ja schließlich auch eine politische Dimension.

Wird es in diesen Tagen denn schwerer, Comedy zu machen?

Ja und nein. Es wird schwieriger, aber auch wichtiger. Ich merke, dass die Menschen Gedankenfluchten brauchen. Es tut ihnen gut, auch mal abschalten zu können.

Um mal positiv zu enden: Wenn Sie einen Wunsch frei hätten..

Wie, nur einen? (lacht) Nun denn: Dann würde ich mir wünschen, dass die Menschen netter zueinander wären. Damit wäre schon sehr vieles in dieser Welt geklärt.