Gute Chancen für Draco-Verbleib in Witten

Die Firma Draco platzt an ihrem jetzigen Standort an der Herdecker Straße aus den Nähten. Deshalb sucht sie ein neues Gründstück.
Die Firma Draco platzt an ihrem jetzigen Standort an der Herdecker Straße aus den Nähten. Deshalb sucht sie ein neues Gründstück.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Das stark wachsende Unternehmen soll sich besonders für ein Grundstück an der Friedrich-Ebert-Straße interessieren, heißt es aus politischen Kreisen.

Witten..  Der Annener Verbandsmittelhersteller Draco an der Herdecker Straße will sich, wie bereits berichtet, deutlich vergrößern. Um eine passende Fläche zu finden, soll die Firma ihre Fühler auch in Nachbarstädte ausgestreckt haben. „Wir sind jedoch zuversichtlich, Draco in Witten halten zu können“, meint nun Klaus Völkel, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung.

Die Annener Firma war am Dienstag auch Thema im nicht öffentlichen Teil des Ausschusses für Wirtschaft und Standortmarketing. Dort soll nach Informationen unserer Zeitung dargelegt worden sein, dass Draco sich ganz besonders für ein Grundstück zur Ansiedlung an der Friedrich-Ebert-Straße interessiere. Die Fläche gehöre einer Privatperson. Doch noch sei nichts unterschrieben, heißt es aus politischen Kreisen. Seitens der Firma hieß es zu unserer Anfrage: Kein Kommentar.

Ursprünglich wollte Draco sich bekanntlich auf der gegenüberliegenden Seite des jetzigen Firmensitzes, nämlich am Fuß der Annener Halde, erweitern. Das Gelände gehört der Stadt, die es für 70 000 Euro gegen Spätfolgen der Bergbauvergangenheit hatte sichern lassen. Der Verbandsmittelhersteller hatte bereits den Zuschlag für das Grundstück bekommen, unterschrieb den Vertrag aber nicht.

Grundstück an Annener Halde ist wohl zu klein

Als einer der gewichtigen Gründe für dieses Verhalten wird unternehmerische Weitsicht genannt. Heißt es doch jetzt, das Grundstück am Fuß der Annener Halde sei wohl zu klein für die stark wachsende und wohl künftig noch deutlich weiter expandierende Firma. Am derzeitigen Unternehmenssitz an der Herdecker Straße arbeiten heute 130 Beschäftigte (20 im Außendienst) der Dr. Ausbüttel & Co. GmbH in sehr beengten Verhältnissen. In einen dreigeschossigen Neubau auf der Halde wollte Draco fünf Mio Euro investieren.

Doch es gab anfangs auch kritische Stimmen von Annener Bürgern gegen die Draco-Erweiterung an dieser Stelle. Sie befürchteten, dass es durch eine Zunahme des Werksverkehrs zu weiteren Staus im Annener Kern kommen könnte, der sowieso schon in Hauptverkehrszeiten arg gebeutelt ist.

Dieses Thema dürfte sich unabhängig von der Draco-Entscheidung auch weiterhin stellen. Denn die Stadt hat das Gelände an der Annener Halde nun gewerbereif entwickelt. So ist es wohl nur eine Frage der Zeit, wann wer an diesen Standort zieht. Weitere Nachfragen dürfte es angesichts der knappen Ressourcen an einigermaßen großen Gewerbeflächen in Witten eigentlich durchaus geben.