Gutachter sind uneins über Moschee-Brandstifter

Der Brand verursachte 75 000 Euro Schaden in der Moschee.
Der Brand verursachte 75 000 Euro Schaden in der Moschee.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Am Freitag entscheidet das Bochumer Landgericht, ob der Moschee-Brandstifter in die Psychiatrie muss.

Witten..  Es ist eine schwere Entscheidung, die das Bochumer Landgericht am Freitag treffen muss: Soll der Brandstifter der Sultan Ahmet Moschee in eine Psychiatrie? Mehrere Gutachten widersprechen sich.

Der Sprockhöveler hatte in der Nacht auf den 14. April Feuer in der Moschee gelegt. Das belegt ein DNA-Gutachten. Die Staatsanwaltschaft hielt in ihrem Plädoyer weiter daran fest, den 25-Jährigen als psychisch krank und schuldunfähig einzustufen. Sie hält ihn für gefährlich und will ihn einweisen. Dabei beruft sie sich auf ein neues Gutachten: Der gebürtige Wittener könne wieder so eine Tat begehen, heißt es darin.

Anders sein Verteidiger: Er fordert eine Unterbringung auf Bewährung – mit engmaschiger Betreuung, etwa betreutem Wohnen. Die Diagnose sei unklar. Mehrere Gutachten kamen bislang zu unterschiedlichen Ergebnissen: Teils bescheinigen sie dem 25-Jährigen ein Kindheitstrauma (er sagt, er sei im Haus der Jugend missbraucht worden), teils einen Hirnschaden. Ein anderes Gutachten verneint beides. Fest steht: Der Brandstifter hat ein Alkoholproblem.