Gründung der Seniorenvertretung erneut gescheitert
28.09.2011 | 13:16 Uhr 2011-09-28T13:16:00+0200
Witten.Die Initiative zur Gründung einer Wittener Seniorenvertretung ist tief enttäuscht: Sie hatte darauf gehofft, dass in der Ratssitzung am letzten Montag endlich der Beschluss zu ihrer Legitimation gefasst wurde. Doch daraus wurde nichts.
Denn bereits im Sozialausschuss am vergangenen Donnerstag hatte die Verwaltung berichtet, die Politik habe noch Beratungsbedarf. „Was sollen wir denn noch tun, um unter Beweis zu stellen, dass eine Seniorenvertretung eine sinnvolle Einrichtung ist?“, fragt Lothar Winkler, ein Sprecher der Initiative. Schließlich leiste man seit rund fünf Jahren Überzeugungsarbeit. Eine Satzung sei bereits ausgearbeitet. Und der eigentlich letzte Knackpunkt – dass der marode Haushalt keine solche freiwillige Leistung erlaube – schien aus der Welt.
„Denn Anfang September hatte die Kommunalaufsicht signalisiert, dass es kein Problem sei, solche eine Seniorenvertretung einzurichten, wenn das auf der Basis sachkundiger Einwohner geschehe. Dann falle das in den Rahmen dessen, was eine Kommune sich leisten sollte“, erklärt Winkler. Deshalb der Optimismus unter den rund 15 Mitgliedern, die endlich auf den Lohn für ihre Mühe hofften.
Winkler und seine Mitstreiter sind ratlos. Sie können sich nicht wirklich erklären, wer der Seniorenvertretung nun erneut Steine in den Weg legt. „Ich vermute, es könnte der Ältestenrat sein, da seine Mitglieder beschließen, das Thema in den Rat zu geben.“ Da dieser jedoch nicht öffentlich tagt, bleiben seine Beweggründe unbekannt. Aber, betont Winkler, seine Vermutung sei auch nur reine Spekulation. Weil ihm einfach nichts anderes dazu einfällt.
Winklers Spekulation erweist sich als richtig, wie eine Nachfrage unserer Zeitung bei der Stadt ergab. Dort ließ ein Mitarbeiter allerdings nur so viel verlauten: Der Ältestenrat wünsche jetzt keine Entscheidung in Sachen Seniorenvertretung, weil eine Fraktion noch Probleme damit habe.
Der offizielle Status ist den Mitgliedern der Initiative zwar wichtig – „wir wollen schließlich eine durch den Rat der Stadt gewünschte kommunale Seniorenvertretung einrichten“, so Winkler – doch sie mischen auch ohne kräftig mit.
Winkler selbst sitzt im Sozialausschuss, ein Vertreter macht mit bei „Trias“, bei dem es um den Aufbau von Seniorenprojekten in 13 Städten geht, ein anderer nimmt an der Kreispflegekonferenz teil. Bei der Seniorenmesse ist die Initiative stets vertreten, hat Patenprojekte zwischen älteren Bürgern und Kindergärten vermittelt und plant am 20. Oktober eine Podiumsdiskussion zur Partizipation älterer Menschen als Teil eines funktionierenden Gemeinwesens.
„Wir machen einfach“, sagt Winkler. Denn zehn Leute haben schon frustriert aufgegeben. Und es sollen nicht noch mehr werden.
09:17
Dieser Artikel (und der Kommentar) bestätigt leider, wie traurig es um Witten steht. Das jahrelange Sandstreuen muß ein Ende haben. WAS spricht eigentlich GEGEN eine Seniorenvertretung? Als ergrauter Wittener begrüße ich das Arrangement dieser Bürger-Gruppe und möchte sie unterstützen, damit einige Sessel-Pupser im Rathaus endlich wach werden. Ohne uns mündige Alten läuft nämlich (auch bei Wahlen) nichts. - Wo trifft man diese Gruppe?
18:04
Schöner Satz, Herr Winkler: Wir machen einfach. Und das tut verdammt gut zu hören,dass es sowas auch in Witten noch gibt. Ist beinahe so wie in den Frühsiebzigern, wo auch dicke Bretter gebohrt werden mussten, bis wir endlich unser SELBSTVERWALTETES Jugendzentrum bekamen. Wir haben auch einfach gemacht und letztlich gewonnen. Das wünsche ich Ihnen und ihren Mitstreitern ebenso von ganzem Herzen. Und, falls Sie noch Leute benötigen: meinereiner ist zwar erst 54, aber für GUTE Projekte stehe ich jederzeit zur Verfügung!