Großes Interesse an neuem Gästehaus

Wollen neu bauen: Klaus Grewe, Heinz-A. Hetschold, Lars Stucka, Helmut Kunstmann, Ramona Fricke, Stephan Nussbaum und Malte Stocker (v.li.).
Wollen neu bauen: Klaus Grewe, Heinz-A. Hetschold, Lars Stucka, Helmut Kunstmann, Ramona Fricke, Stephan Nussbaum und Malte Stocker (v.li.).
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Was wir bereits wissen
Gemeinschaftsbau mit Hotelbetrieb soll abgebrannte Flüchtlingsunterkunft auf dem Annener Berg ersetzen. 45 Wittener boten beim ersten Treffen für das Projekt „Bauhütte Witten“ ihre Hilfe an.

Witten..  Wo im Januar eine Flüchtlingsunterkunft wenige Tage vor dem Bezug nach einer Brandstiftung abbrannt ist, wird bald ein Gästehaus entstehen. In diesem soll die Integration zwischen verschiedenen Nationen und sozialen Schichten gelebt werden. Auf dem ersten Treffen des Projekts „Bauhütte Witten“ am Sonntagvormittag im Institut für Waldorfpädagogik boten gleich 45 Interessierte ihre Hilfe an.

Den engen Kreis des Bündnis „Bauhütte“ bilden drei Architekten, Ramona Fricke (Studentin an der Uni Witten), Helmut Kunstmann vom Help-Kiosk sowie Stephan Nussbaum und Malte Stocker vom Waldorf-Institut. Sie machen deutlich: Es geht nicht um einen Wiederaufbau des Flüchtlingsheimes. Vielmehr denke man an ein Gemeinschaftshaus – Vorbild könnte das Essener „Unperfekthaus“ sein. Die abgebrannten Holzbaracken werden wohl nach Ostern abgerissen.

Das neue, dann weit größere Gebäude soll – wie berichtet – 25 Zufluchtsuchende und etwa zehn Studierende beherbergen. Neu ist: Sie sollen auch fünf bis zehn Zimmer wie in einem Hotel vermieten. „Dann haben sie gleich eine gemeinsame Aufgabe“, erklärt Stephan Nussbaum. „Ein cooles Hotel, mit Zimmern, die Künstler mit gespendeten Möbeln einrichten, so etwas WG-Artiges“, umreißt er den Plan.

Die drei Wittener Architekten Klaus Grewe, Heinz-A. Hetschold und Lars Stucka wollen zu dieser Aufgabe am Donnerstag jeweils einen Entwurf vorlegen – ehrenamtlich. Bislang verraten sie wenig: Eingeschossig soll das Gebäude werden, um das Ensemble am Annener Berg nicht zu „überformen“. Bis zu 1200 qm werden bebaut. Das Haus müsse „verschiedene Raumgrößen“ aufweisen, die sich verändern lassen. „Flüchtlinge, Studierende, Hotelgäste sind ja Nutzer, die sich alle auf der Durchreise befinden“, sagt Hetschold. Geplant ist eine technisch einfachere Bauweise, damit möglichst viele Gewerke in Eigenleistung erbracht werden können.

Die „Wut in Tatkraft umsetzen“

Auf das (handwerkliche) Geschick der Wittener können die drei wohl setzen: Gekommen war eine bunte Mischung an Leuten – viele Anwohner, Medizinstudenten, einstige Studierende, Handwerker, die sich ehrenamtlich als Schlosser oder Elektriker anboten. „Die Wut in Tatkraft umsetzen“, möchte eine Anwohnerin, die sich über den Brand „fürchterlich erschrocken“ habe. Manche boten an, „einfach mal zu kochen“. Hinzu kommt eine Filmemacherin, die über die „tolle Arbeit“ eine Dokumentation drehen möchte. Ähnliches plant der Fotojournalist Roland Geisheimer. Einem Musiktherapeuten ist gar ein „wütender Song aus der Feder“ gepurzelt, den er für Spenden vermarkten würde.