Großer Rückgabe-Ansturm in Witten bleibt aus

Waren erfolgreich: Udo und Ilona Lange mit den Enkelinnen Melina (li.) und Michelle.
Waren erfolgreich: Udo und Ilona Lange mit den Enkelinnen Melina (li.) und Michelle.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Wittener waren mit ihrem Gabentisch durchweg zufrieden. Weniger Geschenke wurden umgetauscht. Umtauschquote im Internet liegt aber im Dunklen.

Witten..  Ausgesprochen entspannt war am Samstag die Einkaufsatmosphäre in der Innenstadt. In der City herrschte bei nasskaltem Wetter nur mäßiger Betrieb. Die Wittener Bürger waren nicht in Scharen in die Stadt geeilt, um unpassende Geschenke umzutauschen oder um ihre Geschenkgutscheine einzulösen. Sie waren in der Tat nur zum gemütlichen Bummel ohne den Weihnachtsstress der letzten Tage unterwegs.

Diesen Eindruck bestätigten auch viele Geschäftsleute. Beispielsweise Ute Rambuscheck, Mitinhaberin von Donare. „Wir haben bislang nur zwei Umtauschkunden gehabt. Aber das waren 1:1-Umtäusche, denn nur die Größen waren verkehrt.“ Auch Peter Schemman vom Geschäft „Living -- Schönes günstig“ ist zufrieden. „Ich glaube, die Leute haben wohlüberlegt gekauft. Alle sind zufrieden. Niemand will etwas umtauschen.“

Gutscheine erst im nächsten Jahr eingelöst

Auch in der Stadtgalerie hält sich das Umtauschgedränge in diesem Jahr in Grenzen. „Weniger als im Vorjahr“ – hört man immer wieder. So auch an der Theke von Saturn.

Dr. Sabine Wirths-Hohagen von der Buchhandlung Lehmkuhl kann dies bestätigen. „Kunden holen heute Bestellungen ab. Manche suchen sogar ein ganz besonderes Buch. Ich denke, die Geschenk-Gutscheine werden erst im neuen Jahr eingelöst.“ Allerdings sei das nasskalte Wetter auch nicht gerade einladend.

Shoppen fürs nächste Fest

Vollbepackt stehen zwei Frauen beieinander. Aber auch sie waren nicht in Sachen Umtausch unterwegs. „Nein, wir haben die Weihnachtsdekoration für das nächste Fest gekauft. Die ist jetzt nämlich total reduziert. Da haben wir eine Menge Geld gespart.“ Ihren Namen wollen die beiden Damen nicht verraten.

Dorothee Kraus (51) bummelt scheinbar planlos durch die Fußgängerzone. Kaufen will sie lediglich ein wenig frisches Obst auf dem Wochenmarkt. „Wir haben uns gegenseitig die geheimen Wünsche erfüllt. Und die braucht man zum Glück nicht umzutauschen“, schmunzelt sie.

Plüschhund gegen Monsterhai

Udo (65) und Ilona (62) Lange sind mit ihren Enkeltöchtern Michelle (13) und Melina (12) aus Hattingen angereist. Die Mädchen wollen ihr „Weihnachtsgeld“ in der City ausgeben. Sie haben schon ein Paar Schuhe und eine kuschelige Winterjacke erstanden. Das schönste Geschenk sind aber Konzertkarten für den Bauchredner und Comedian Sascha Grammel. Natürlich von Oma und Opa.

Auf der Suche nach den letzten Weihnachtspräsenten sind Martina Wöllm (47) und Peter Scheidemann (46). „Wir müssen nichts umtauschen, aber dafür etwas nachkaufen“, lachen beide bestens gelaunt.“ Das haben wir vor dem Fest nicht mehr geschafft.“

Mit ihren Eltern ist die neunjährige Larissa unterwegs. Einen „ziemlich doofen“ Plüschhund hat sie gegen einen stattlichen Monsterhai eingetauscht. Dann hat sie noch einen süßen Pinguin gefunden. Geduldig schleppt Vater Günter Knapp zwei dicke Tüten durch die Stadt. Aber für seine Familie macht er das gerne.

Internet-Handel ist Konkurrenz

Bernd Fricke (53) sieht im Internet-Handel eine große Konkurrenz für die Läden vor Ort. „Die Preise sind deutlich günstiger. Und beim Einkauf guckt natürlich jeder auf den Preis. Wie im Netz die Umtausch-Quote ist, das kann ich nicht beurteilen.“ Er hofft, dass sich die Preisschere durch die Mindestlöhne wieder schließen wird: Wenn auch die Zusteller und Mitarbeiter in den Versandzentren davon profitieren sollten.

Familie Fricke hat sich nur Kleinigkeiten geschenkt. „Wir haben statt Bescherung lieber gewichtelt. Und das war lustig.“ Also auch hier kein Umtausch-Stress.