Große symphonische Blasmusik

Witten..  Wer glaubt, das Programm einer Militärkapelle bestünde hauptsächlich aus zündenden Märschen im Gleichschritt, wurde beim Konzert des Musikkorps der Bundeswehr eines Besseren belehrt. Zwar fehlten Märsche nicht, aber die Musiker in Uniform bewiesen den überraschten Zuhörern im gut besuchten Saalbau, dass sie noch weit anspruchsvollere Musiken überzeugend zu Gehör bringen können.

Im Vorfeld stimmten die Jungen und Mädchen der Bläserklasse 8E „Brass4fun“ (Holzkamp-Gesamtschule) das Publikum im Foyer mit zündender Blasmusik ein. Unter Leitung von Peter Harbecke bewiesen die jungen Leute ihr fortgeschrittenes Können und brachten mit dem Titel „Always look on the bright side“ bereits Besucher zum Mitsingen.

Danach aber wurde große Musik geboten. Die erweiterte Bühne fasste kaum die mehr als 70 Musiker, die mit dem Marsch „Aus eigener Kraft“ von T. Rupprecht das Programm standesgemäß mit einem beeindruckenden Klangteppich begannen.

Nach dieser erwarteten Einleitung aber begab sich das Orchester in ganz andere musikalische Welten und bewies mit der Ouvertüre zu „Die Fledermaus“ von Johann Strauss, dass der häufig verwendete Beiname „Symphonisches Blasorchester“ zu Recht besteht. Strauss hat die Musik für großes Symphonieorchester komponiert und verlangt eine dynamisch abgestufte Wiedergabe mit vielen Tempowechseln und wienerischem Charme. Für gute Streicher kein Problem. Aber können Bläser das auch? Ja, und zwar ohne jede Abstriche. Zur Freude der Zuhörer blühte das tanzende und singende Wien auf.

Der Solist des Abends war Andreas Thoma mit dem Jazzkonzert für Klarinette und Band von Artie Shaw. Es war Klarinettenkunst auf höchstem Niveau, verbunden mit Spielfreude und einem auch im Jazz überzeugenden Orchester.

Bilder aus dem Weltraum vermittelten die Titel „Mars, Venus und Jupiter“ von Gustav Holst, bevor das Konzert mit einem Mix aus Märschen und Evergreens zu Ende ging. Rhythmisches Klatschen belohnte die Soldaten für eine große Leistung.