Große Politik in kleiner Aula

Podiumsdiskussion vom Ring politischer Jugend am Ruhr-Gymnasium.
Podiumsdiskussion vom Ring politischer Jugend am Ruhr-Gymnasium.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Ring politischer Jugend lud zur Diskussion über Verteidigungspolitik ein. Oberstufenschüler von Ruhr- und Schiller-Gymnasium lauschten interessiert.

Witten..  Der „Ring politischer Jugend“ (RpJ) ist ein Zusammenschluss der Jugendorganisationen von CDU, SPD und Grünen. Bei der letzten Ratsitzung offiziell bestätigt, lud er Oberstufenschüler von Ruhr- und Schiller-Gymnasium gestern zur Diskussion über die Verteidigungspolitik Deutschlands ein. Neben einem Bundeswehroffizier nahmen je ein Vertreter von CDU, SPD, Grünen und Linken teil.

Die vorderen Reihen in der Aula des Ruhr-Gymnasiums füllen sich nur zögerlich. Teilzunehmen an der 90-minütigen Diskussion – das ist für alle, die Sozialwissenschaften belegen, Pflicht. Die Motivation scheint anfangs eher begrenzt.

Einblick in Arbeit der Bundeswehr

Dieser erste Eindruck verflüchtigt sich jedoch, als die Chronistin mit einigen Schülern ins Gespräch kommt. Yannik Köpenick ist einer von ihnen. Der 18-jährige Schüler des Ruhr-Gymnasiums hat sich für einen Platz weiter vorne entschieden. Unter anderem deshalb, weil er das Thema „sehr interessant“ findet. Sein Mitschüler Moritz Voegt (19) pflichtet ihm bei.

Beide haben sich auch schon privat mit der Bundeswehr auseinandersetzen müssen, trudelten doch erst kürzlich Broschüren ein, die sie dazu einluden, in die Armee einzutreten. Schlussendlich haben sie sich dagegen entschieden, Yannik, „weil es eben auch andere Möglichkeit gibt, die ich dann doch lieber machen wollte“, und Moritz, „weil mir das einfach zu riskant wäre“.

Nicht immer ungefährlich

Dass dieser Beruf nicht immer ungefährlich ist, das lässt Patrick Rohmann, Hauptmann und Jugendoffizier der Bundeswehr, bei seinem Überblick über die Einsätze der deutschen Streitkräfte nicht außen vor. Interessiert lauschen die etwa 150 Anwesenden, als er über die wichtigsten andauernden Bundeswehr-Einsätze spricht – also über Einsätze vor der Küste Somalias, im Kosovo, in Mali, der Türkei und in Afghanistan.

Zwei Schüler stellen den Politikern im Anschluss Fragen, die sich die Schülerschaft bereits im Politikunterricht überlegt hat: Wie bewerten Jürgen Hardt (CDU), Hans-Joachim Schaprian (SPD), Friedjof Schmidt (Grüne) und Dr. Alexander Neu (Linke) die einzelnen Auslandseinsätze? Wie sind erneute Waffenlieferung zu rechtfertigen und was passiert mit den Waffen anschließend?

Am Ende ist die Luft raus

Am Ende ist die Luft im Raum knapp. Die Fragerunde, sie endet ziemlich schnell. Yannik, Moritz und Annika Dering (17) finden das schade. „Wir hätten gerne noch ein paar Meinungen erfragt, wenn die Mitschüler nicht so gedrängelt hätten.“ Der RpJ, er scheint den Bedarf erkannt zu haben. Weitere Diskussionsrunden sind geplant.